LONDON - Erst skandierten die gefrusteten Anhänger des Hamburger SV Hoffmann raus, dann entlud sich ihre Enttäuschung in Straßenschlägereien mit Fulham-Fans. Ze Roberto und Co. saßen nach dem verpassten Heimfinale der Fußball-Europa-League wie geprügelte Hunde im Craven Cottage fest, weil der Mannschaftsbus wegen der Raufereien nicht zu ihnen durchkam. Auch später im Flieger am Freitag hatte noch keiner der HSV-Profis das 1:2 in London, das 6,6 Millionen Fernsehzuschauer verfolgten, und das wohl besiegelte europäische Aus für das kommende Jahr verkraftet.
Dabei hatte es nach dem Führungstreffer von Mladen Petric (22.) gut ausgesehen. Nach der Pause aber verlor der HSV seine Linie und musste die Tore durch Simon Davies (69.) und Zoltan Gera (76.) hinnehmen.
Das ist ein Schock, sagte Vorstandschef Bernd Hoffmann, der nun Gastgeber des Endspiels am 12. Mai zwischen dem FC Fulham und Atletico Madrid ist. Die Madrilenen hatten das Hinspiel gegen den FC Liverpool 1:0 gewonnen. Im Rückspiel reichte ihnen einen 1:2-Niederlage nach Verlängerung, um sich den Traum vom Finale zu erfüllen.
Ein Traum, den wir zwei Jahre gehabt haben, ist zerplatzt, gestand Hoffmann. Persönliche Konsequenzen aus der Talfahrt in der Bundesliga mit derzeit Rang sieben, fünf Punkten Rückstand auf den VfB Stuttgart und nach der sechsten Trainer-Entlassung in seiner Amtszeit will der Wirtschaftsfachmann aber nicht ziehen. Finanziell muss der Gürtel enger geschnallt werden, Millionen-Einnahmen fallen weg. Und einen renommierten Trainer als Nachfolger von Bruno Labbadia zu finden, dürfte schwer werden ohne internationale Spiele.
