LüBECK - LÜBECK/DPA/SID - Regionalligist VfB Lübeck ist scheinbar von einer Urkundenfälschung im Zusammenhang mit dem Lizenzierungsverfahren für die laufende Spielzeit beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) betroffen.

Wie der frühere Zweitligaverein mitteilte, soll es von einem früheren Sponsor eine gefälschte Zahlungsgarantie-Urkunde bei der Sparkasse Lüneburg geben, die beim DFB in Frankfurt als Sicherheit für den Spielbetrieb in der laufenden Saison hinterlegt wurde. Es soll sich um einen Betrag in Höhe von 125 000 Euro handeln. Ungeklärt ist noch der Verbleib einer Zahlungszusage des selben Sponsors für eine Lizenzauflage des DFB in Höhe von weiteren 212 000 Euro.

Wie die „Lübecker Nachrichten“ berichten, soll es sich bei dem Sponsor um den Niendorfer Werbekaufmann Harald Jaeger (49) handeln, der von Februar 2005 bis zu seinem Ausscheiden im Dezember des Vorjahres auch dem Wirtschaftsrat des Tabellenvierten angehörte. „Das ist alles absoluter Blödsinn. Ich will und kann dazu nichts sagen“, sagte Jaeger.

Nachdem Jaeger als damaliger Vorsitzender des Lübecker Wirtschaftsrates am 15. Dezember 2005 die angestrebte Wiederwahl gegen seinen damaligen Stellvertreter Udo Niels verloren hatte und anschließend aus dem Verein ausschied, misslang am 10. Januar die Zahlungsaufforderung durch den DFB bei der Lüneburger Sparkasse. Der VfB teilte mit, dass die Sparkasse keine Zahlung an den DFB leistete, da die Bank eine solche Zahlungsgarantie über 125 000 Euro, die von einer Möbelfirma Jaegers stammen soll, nicht ausgestellt habe.

Unterdessen hat der VfB Lübeck seine Rechtsanwälte beauftragt, rechtliche Schritte gegen Unbekannt einzuleiten. „Es wird unverzüglich Strafanzeige gestellt“, erklärte VfB-Geschäftsführer Jürgen Springer und fügte hinzu: „Der Verein hat an der Ausstellung der Urkunde an keiner Stelle mitgewirkt. Es fehlen definitiv 125 000 Euro.“ Wie am Wochenende bekannt wurde, erwägt auch der DFB rechtliche Schritte.

Den aktuellen Verlust sollen nun die Mitglieder des Wirtschaftsrates auffangen. „Die Lizenz ist keinesfalls in Gefahr“, beruhigte Springer.