LüTTICH - Der Hamburger SV darf weiter vom Europa-League-Finale am 12. Mai im eigenen Stadion träumen. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia bewies am Donnerstagabend im Hexenkessel „Maurice Dufrasne“ einen kühlen Kopf und zog nach dem 3:1 (2:1) bei Standard Lüttich ins Halbfinale ein. Das Hinspiel in Hamburg hatte der HSV gegen Belgiens Meister schon mit 2:1 gewonnen. Im Halbfinale trifft der HSV jetzt auf den FC Fulham.
Vor 29 200 Zuschauern blieb der erwartete Sturmlauf der Gastgeber zunächst aus. Stattdessen konnte der HSV das Geschehen vom eigenen Strafraum fern halten und verstand es selbst, das Mittelfeld schnell zu überbrücken.
So fiel die HSV-Führung keineswegs überraschend. Nach einer Flanke von Ze Roberto war Mladen Petric per Kopf zur Stelle (20.). Der Kroate war nach überstandener Adduktorenverletzung für den Schweden Marcus Berg zurück ins Team gerückt.
Außerdem veränderte Trainer Bruno Labbadia seine Mannschaft im Vergleich zur Nullnummer gegen Hannover noch auf zwei weiteren Positionen. Für Tomas Rincon und Tunay Torun kamen Guy Demel und Robert Tesche in die Startelf. Paulo Guerrero saß zunächst auf der Bank, traf dann zum 3:1 (90.+3).
Den Gastgebern gelang aus dem Spiel heraus nicht viel. Gefährlich wurde es indes nach einem Freistoß, als Dieudonne Mbokani per Kopf HSV-Keeper Frank Rost prüfte (29.). Bei einer ähnlichen Szene war es dann in der 32. Minute passiert.
Nach einem Freistoß von Sebastien Pocognoli traf Kapitän Igor De Camargo zum 1:1. Doch die Antwort des HSV folgte prompt – und das in Form eines Traumtores: Nach Flanke von Aogo traf erneut Petric per Fallrückzieher aus elf Metern (35.).
Immer wieder für unschöne Szenen sorgten die Fans im Stadion. So traf ein Gegenstand fünf Minuten vor der Pause den Torrichter hinter dem HSV-Gehäuse. Nach Meinung der Fans hatte der Schiedsrichter Standard einen Eckstoß verwehrt.
Turbulent ging es auch im zweiten Durchgang zu. Von Pfiffen und Unsportlichkeiten begleitet kamen die Hamburger zunehmend unter Druck. So musste Frank Rost nach rund einer Stunde Spielzeit zweimal in höchster Not gegen den Standard-Angreifer Mbokani klären.
