LYON - In den vergangenen Wochen stand bei Bayern München Arjen Robben im Mittelpunkt. Doch am Dienstagabend war Ivica Olic beim deutschen Fußball-Rekordmeister der gefeierte Mann. Er stahl dem Niederländer die Schau. Der kroatische Nationalspieler schoss das Team von Trainer Louis van Gaal beim 3:0 (1:0) im Halbfinal-Rückspiel der Champions League bei Olympique Lyon mit seinen drei Toren quasi im Alleingang ins Endspiel am 22. Mai in Madrid.

„Ich habe nicht geglaubt, dass wir so deutlich gewinnen. Drei Tore in so einem Spiel, das ist überragend. Ich habe gedacht, Manchester war das Spiel meines Lebens, aber jetzt das Halbfinale war wieder so ein großartiges Spiel“, sagte der 30-jährige Matchwinner.

In der 26. Minute traf der alles überragende Olic nach Vorarbeit von Thomas Müller und Robben zur wichtigen Führung für die Bayern. Aus kurzer Distanz ließ er Lyons Torwart Hugo Lloris keine Abwehrchance. In der 67. Minute verwandelte der lauf- und kampfstarke Stürmer nach Steilpass von Hamit Altintop eiskalt zum entscheidenden 2:0 für die Bayern. In der 78. Minute gelang ihm sogar der dritte Streich per Kopf.

Schon im Viertelfinale der Königsklasse hatte sich der Nationalspieler als Mann der wichtigen Tore erwiesen. Im Hinspiel gegen Manchester United erzielte Olic in der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer. Im Rückspiel gegen das englische Spitzenteam leitete er nach einem 0:3-Rückstand mit seinem Tor zum 1:3 (Endstand 2:3) die Wende ein und ebnete den Weg ins Halbfinale. Olic spielt aber zurzeit nicht nur überragend, er ist auch noch bescheiden. „Wir haben gemeinsam gut gespielt, da war es für mich vorne einfach“, sagte er nach dem Spiel.

Mit nunmehr zehn Bundesliga-Toren in dieser Saison und jetzt sieben Treffern in der Champions League hat Olic auch den deutschen Nationalspielern Mario Gomez und Miroslav Klose längst den Rang abgelaufen. In der Torschützenliste der Champions League ist er hinter Lionel Messi (FC Barcelona/8) zusammen mit Cristiano Ronaldo (Real Madrid) Zweiter. Dabei war Olic vor der Saison zum Nulltarif vom Hamburger SV zu den Bayern gewechselt, während für Gomez etwa 30 Millionen Euro Ablöse fällig wurden.