MADRID - Wie gewonnen, so zerronnen: Im Jubel über den ersten Pokalsieg von Real Madrid seit 18 Jahren glitt die Trophäe dem Verteidiger Sergio Ramos aus den Händen, als die frischgekürten Pokalsieger in einem offenen Doppeldeckerbus durch Madrid fuhren. Der Cup stürzte vom Oberdeck auf die Straße, wurde vom Bus überrollt und zerbrach in mehrere Stücke.
Die Madrilenen hatten in der Nacht zum Donnerstag mit einem 1:0-Sieg in einem packenden Finale gegen den Erzrivalen FC Barcelona erstmals seit 1993 die Copa del Rey (Königspokal) gewonnen. Das Tor des Tages erzielte Cristiano Ronaldo in der Verlängerung. Damit brach Real die Dominanz Barcelonas im spanischen Fußball. Die deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Sami Khedira holten sich im ersten Jahr bei Real gleich den ersten Titel. Wir haben gezeigt, dass Barcelona schlagbar ist, sagte Özil. Die Copa sei sein zweiter Pokal nach dem Gewinn des DFB-Pokals 2009 mit Werder Bremen. Beide Pokale sind sehr schön. Ich bin glücklich, so kann es weiter gehen.
Wegen des Unglücks bei der Busfahrt konnte der Pokal nicht auf der Siegesparty am Madrider Cibeles-Brunnen präsentiert werden. Die Trophäe habe wohl einen Totalschaden, sagte der vom Fußballverband RFEF beauftragte Juwelier Federico Alegre. Ein ähnliches Malheur war 2002 Rudi Assauer passiert. Nach dem DFB-Pokalsieg von Schalke 04 ließ der damalige Manager des Fußball-Bundesligisten den Pokal fallen. Ein Goldschmied reparierte die verbogene Trophäe damals.
Am kommenden Mittwoch stehen sich Real Madrid und der FC Barcelona im Halbfinale der Champions League erneut gegenüber. Sami Khedira wird dann fehlen. Diese Saison ist für mich gelaufen, ließ der Ex-Stuttgarter den Südwestrundfunk wissen, nachdem er sich im Pokalfinale einen Muskelriss im rechten Adduktorenbereich zugezogen hatte. Sein Trainer Jose Mourinho hofft dagegen noch auf eine rasche Genesung.
