MADRID - Manuel Neuer machte den „Titan“. 2001 hatte Oliver Kahn im Endspiel gegen den FC Valencia drei Elfmeter gehalten – der Torhüter war der Matchwinner beim bislang einzigen Champions-League-Triumph von Bayern München.
Elf Jahre später trat Manuel Neuer am Mittwochabend in Madrid beim Münchner Halbfinal-Triumph gegen Real in Kahns Fußstapfen. Der 26-Jährige hält zwei Elfer, einer geht drüber, die Bayern gewinnen den Krimi vom Punkt mit 3:1. Jetzt fehlt Fußball-Nationaltorhüter Neuer zur Krönung nur noch der Sieg im Heimfinale am 19. Mai in München gegen den FC Chelsea.
„Natürlich wird viel Arbeit auf mich zukommen“, hatte Neuer am Tag vor dem Spiel in Madrid gemutmaßt. Er sollte recht behalten. Schon nach einer Viertelstunde hatte er den Ball zweimal aus dem Netz geholt. Beim Foulelfmeter von Cristiano Ronaldo (6.) war er ebenso machtlos gewesen wie kurz darauf beim Flachschuss des Portugiesen (14.). Da schien es noch nicht der Tag des 26-Jährigen zu werden. Doch dann wurde er wie schon im Pokal-Halbfinale in Mönchengladbach wieder zum Helden im Elfmeterschießen.
Cristiano Ronaldo ist der erste Real-Schütze. 25 Elfmeter in Serie hatte er verwandelt – und dann das: Neuer taucht ins rechte Eck und hat den Ball. Die erste Heldentat des Torwarts.
Als zweiter Real-Schütze läuft Kaká an. Und wieder ist Neuer in seinem rechten Eck da, wehrt den Schuss mit der rechten Hand ab.
Als vierter Madrilene ist Sergio Ramos dran – und auch ihn verlassen die Nerven. Der spanische Weltmeister jagt den Ball hoch über das Tor.
Es ist inzwischen 23.21 Uhr. Bastian Schweinsteiger tritt zum finalen Schuss an. Der Vize-Kapitän trifft – die Bayern stürmen in die Kurve vor ihre Fans. Diese feiern den Mittelfeldchef und natürlich „Titan“ Neuer.
