• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport Fußball

Magath scheuchte Bremerhaven zum Titel

19.02.2014

Bremerhaven /Oldenburg Seine eigenwillige Verhandlungstaktik hat sich Felix Magath (60) offenbar erst im Laufe seiner Trainerkarriere zugelegt. Ende vergangener Woche sprach er lange mit dem Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV über ein mögliches Engagement, um nach seiner Absage bereits am nächsten Tag dem FC Fulham in der englischen Premier League zuzusagen.

Bei seiner ersten Trainerstation war das anders gewesen. „Magath war damals Manager bei Bayer Uerdingen. Er rief mich an und sagte, dass er gern einmal den Trainerjob ausprobieren würde. Also kam er kurz danach als Trainer zu uns nach Bremerhaven“, erzählt Bernd Günther über die sehr kurzen Verhandlungen aus dem Jahr 1992.

Günther (73) war Jahrzehnte lang Präsident des FC Bremerhaven. Nachdem der Club vor einigen Jahren komplett einem anderen Verein beitrat und nun FC Sparta Bremerhaven heißt (das Team liegt in der fünftklassigen Bremen-Liga derzeit auf Platz vier), ist er dort noch im Vorstand aktiv.

Beim FCB war Günther der starke Mann. Und wenn er und Magath sich über ein Engagement bei dem Viertligisten einigten, kam dieses eben schnell zustande – Gremien mussten dabei nicht mehr überzeugt werden.

„Wir spielten in der Saison 1992/93 in der Verbandsliga Bremen. Magath führte uns zur Meisterschaft, so dass wir anschließend an der Aufstiegsrunde zur Oberliga teilnahmen“, erinnert sich Günther: „Mit dem Aufstieg hat es leider nicht geklappt. Trotzdem war es eine tolle Saison mit ihm.“

1995 in die Bundesliga

Im Sommer 1993 wechselte Magath dann zum HSV, wo er zunächst die zweite Mannschaft betreute. Als sich der Club dann im Herbst 1995 von Benno Möhlmann trennte, wurde Magath dessen Nachfolger als Trainer der Bundesliga-Mannschaft – der Sprung ins Oberhaus war geschafft.

Der Kontakt zwischen Magath und Günther bestand seit den späten 1980er-Jahren. Nachdem der Fußballer seine Karriere beendet hatte, absolvierte er bei Günther eine kaufmännische Ausbildung. „Magath hat alles aufgesogen. Das Erstellen von Bilanzen oder das 1x1 der Börse – er hat alles sofort verstanden“, sagt der gebürtige Bremerhavener Günther, der seit Jahrzehnten in Hamburg in der Finanzbranche tätig ist und verschiedene Aktienpakete hält.

Er erkannte bei Magaths Trainerpremiere das Vermarktungspotenzial des prominenten Mitarbeiters. Zwar verbreitete der langjährige Nationalspieler auch von der Bank aus Glanz am sonst so tristen Zollinlandplatz. Doch das reichte Günther nicht. „Ich habe ihn dann überredet, noch einmal aufzulaufen. Unser Zuschauerschnitt lag bei etwa 200 Besuchern. Gegen den FC Mahndorf kamen dann, weil Magath mitspielte, 1800 Besucher.“

Die Bremerhavener gewannen die Partie, weil immer „drei bis vier Spieler“ (Zitat Günther) Magath gedeckt hätten. So habe es freie FCB-Akteure gegeben, die dann trafen.

Zum Kader der Bremerhavener zählte in der Saison 1992/93 auch Stürmer Frank Meyer. „Ich war 1992 vom VfB Oldenburg nach Bremerhaven gewechselt“, erzählt der 47-Jährige und bestätigt ein seit Jahrzehnten kursierendes Klischee über Magath: „An sein Training kann ich mich noch gut erinnern. Bei vielen Einheiten war der einzige Ball, den wir gesehen haben, der Medizinball.“ Es sei unter dem damals 39-Jährigen „unheimlich viel Kondition gebolzt“ worden, erzählt Meyer, der von 1990 bis 1992 für den VfB 34 Zweitliga-Partien bestritt: „Das Schlimme daran war – Magath ist bei den meisten Übungen vorneweg gelaufen. Dass der später mal einen Marathon absolviert hat, überrascht mich gar nicht.“ Wie Meyer kam auch Hakan Cengiz in den Genuss von Magaths Training. Der heute 46-Jährige spielte Anfang der 1990er-Jahre beim FC Bremerhaven, später stürmte er für den SV Wilhelmshaven und den VfB Oldenburg.

Guter Skatspieler

Der Kontakt zwischen Magath und seinem ehemaligen Ausbilder und Präsidenten besteht bis heute. „Ich habe ihn zuletzt kurz vor Weihnachten bei einer Veranstaltung getroffen, wo wir zusammen Skat gespielt haben“, berichtet Günther: „Magath hat dort ein Spiel gewonnen, das eigentlich nicht zu gewinnen war – Respekt.“

Hauke Richters
Leitung
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2030

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.