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NWZonline.de Sport Fußball

Bundesliga: Kölner hadern mit Video-Farce

20.11.2017

Mainz Die Fußballer des 1. FC Köln fühlte sich vom Video-Assistenten betrogen, doch als Ausrede für das zwölfte sieglose Bundesligaspiel wollte den Ärger um einen Witz-Elfmeter niemand verstanden wissen. „Wir brauchen uns nicht beschweren über Entscheidungen von dem Schiri, wir machen keine Tore und so kann man keine Spiele gewinnen“, schimpfte Kölns Abwehrspieler Frederik Sörensen nach dem 0:1 (0:1) des Tabellenletzten beim FSV Mainz. Nebenmann Dominic Maroh legte nach: „Wenn man auf die Statistik schaut, ist das schon peinlich.“

Mickrige zwei Punkte aus zwölf Spielen, dazu nur vier geschossene Tore bei 23 Gegentreffern – die Rheinländer sind in allen Statistiken Schlusslicht, alles deutet auf einen Abstieg hin. Nie startete ein Bundesligist schlechter. Trainer Peter Stöger schloss einen freiwilligen Rücktritt am Samstag trotzdem zu 100 Prozent aus und ärgerte sich stattdessen, vom Videobeweis „gefühlt nicht das erste Mal“ benachteiligt worden zu sein. „Ich glaube, das hat jeder gesehen. Für uns ist es bitter, richtig bitter“, sagte der Österreicher. Am Sonntag der nächste Nackenschlag: Simon Zoller zog sich im Spiel eine Muskelverletzung am rechten Oberschenkel zu, der Angreifer fällt für den Rest der Hinrunde aus.

Die Kölner hatten am Samstag durchaus Grund, sauer zu sein. Der Mainzer Pablo De Blasis kam – verfolgt von den Kölnern Konstantin Rausch und Sörensen – im Strafraum zu Fall. Der Unparteiische Felix Brych zeigte auf den Punkt und wurde nach Rücksprache mit Tobias Welz am Fernseher in Köln bestätigt. Daniel Brosinski, ein Ex-Kölner, verwandelte. „Klare Schwalbe“, sagte Kölns Rausch. Selbst der Mainzer Coach Sandro Schwarz konnte nicht widersprechen. De Blasis wehrte sich jedoch: „Es war keine Schwalbe. Ich lasse mich nicht einfach fallen. Elfmeter hätte ich aber auch nicht gegeben.“

Es ehrte Deutschlands Top-Schiedsrichter Brych, seinen Fehlpfiff einzugestehen. „Auf dem Platz war es für mich ein klarer Elfmeter.“ Nach Betrachtung der TV-Bilder sagte Brych jedoch: „Ich kann keinen Kontakt erkennen.“ Die Chance, selbst die Szene in der Arena in Augenschein zu nehmen, nutzte der Münchner nicht. Daneben lag Brych auch mit der Roten Karte gegen FSV-Abwehrmann Giulio Donati wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit gegen Leonardo Bittencourt (71.).

Von ausgleichender Gerechtigkeit konnte keine Rede sein, vielmehr erhielten die Diskussionen um den umstrittenen Videobeweis neuen Stoff, zwei klare Fehlentscheidungen sorgten für jede Menge Frust.

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