MAINZ - MAINZ/DPA/SID - Der Manager schwärmte vom „perfekten Spiel“, der Trainer sprach vom „Meilenstein“ auf dem Weg zur ersten Meisterschaft nach 49 Jahren, und die Fans träumten bereits vom vorzeitigen Titeltriumph ausgerechnet beim Erzrivalen Borussia Dortmund. „Mir ist egal, wo wir den Titel holen. Hauptsache wir holen ihn“, sagte der „überglückliche“ Trainer Mirko Slomka nach dem souveränen 3:0 (2:0)-Erfolg von Schalke 04 bei Mainz 05.

„Es war ein wichtiger Meilenstein für uns. Besonders wichtig, wenn man ich-weiß- nicht-mehr-wie-lange dort nicht mehr gewinnen konnte“, so der Coach nach dem ersten Sieg in Mainz seit dem 16. Oktober 1982 (6:3 nach Verlängerung im DFB-Pokal). Kevin Kuranyi (10.), Gerald Asamoah (34.) und Lincoln (71.) sorgten für das Ende dieser Serie.

Mit dem ersten Auswärtssieg nach drei Partien festigten die „Königsblauen“ fünf Spieltage vor Schluss die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga. Doch noch wichtiger: Sie bezwangen vor 20 300 Zuschauern auch den „Fluch von 2005“, als sie mit einer Pleite bei den Rheinhessen von der Ligaspitze gestürzt worden waren. „Vor zwei Jahren hat uns eine Niederlage hier die Meisterschaft gekostet. Dieses Mal haben wir gewonnen“, stellte Verteidiger Christian Pander fest. „Wenn es so weiter läuft, werden wir es schaffen“, ergänzte Asamoah.

Dass die S04-Fans den 33. Spieltag und das Revier-Derby in Dortmund als idealen Zeitpunkt für den angestrebten Titelgewinn ausgemacht haben, stört Slomka ebenso wenig wie die ganze Euphorie um die Knappen. „Die Stimmung unter den Fans ist berechtigt, und die Mannschaft hat diese Stimmung verdient“, sagte der Trainer mit Blick auf das Heimspiel am Sonnabend gegen Energie Cottbus. „Dennoch gilt es

Vorsicht walten zu lassen. Es war ein guter Anfang, die nächsten fünf Spiele zu bestreiten.“

Kaum schlechter hätte es dagegen für Mainz laufen können, das nach der vierten Niederlage in Folge auf dem 17. Tabellenrang mit zwei Punkten Rückstand zum rettenden Ufer festsitzt. „So können wir nicht auftreten“, schimpfte Jürgen Klopp, dessen Sonder-Trainingslager keine Wirkung gezeigt hatte.