MAINZ - Es ist nicht nur das Duell der Überraschungsmannschaften der Fußball-Bundesliga: Wenn an diesem Sonntag (15.30 Uhr) Tabellenführer Mainz 05 den Zweiten Borussia Dortmund zum Spitzenduell empfängt, dann ist es auch das Duell der „Trainerzwillinge“ Thomas Tuchel und Jürgen Klopp.

Gemeinsamkeiten? Christian Heidel, Manager von Mainz 05, hat 2001 Klopp und 2009 Tuchel auf den Stuhl des Chefcoaches gesetzt. Er kennt sie genau: „Jürgen Klopp und Thomas Tuchel sind loyale und authentische Typen, zwei positive Verrückte.“ Beide gelten als große Motivatoren. Doch es gebe auch Unterschiede: „Klopp liebt das Spiel mit den Medien. Für Tuchel könnte ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden“, sagt Heidel.

Gerade das Interesse ist derzeit größer denn je. Die wundersame Konstellation mit Mainz (24 Punkte) und Dortmund (22) an der Spitze wird sogar im Ausland verfolgt. Die Partie wird in 185 Länder live übertragen. Der BVB kann mit einem Sieg sogar den Ligarekord von fünf Auswärtssiegen infolge zu Beginn einer Saison aufstellen.

Im Vorfeld kam es am Freitag allerdings zu Reibereien. Klopp hatte Mainz zum Favoriten gestempelt, Tuchel entgegnete auf der Pressekonferenz prompt: „Solche Sprüche hört man von ihm doch dauernd, das ist vielleicht Methode.“ Der Mainzer setzt auf eine andere Maßnahme: Am Freitag gab er sieben Profis trainingsfrei. „Wir brauchen frische Spieler für eine außergewöhnliche Leistung.“

Die Pleiten im Pokal, die beide Teams unter der Woche hinnehmen mussten, sollen keine Rolle mehr spielen. „Ich wüsste nicht, warum wir gegen Dortmund nicht wieder eine Topleistung bringen sollten“, erklärte Tuchel. Die werden die Mainzer abrufen müssen, auch wenn Klopp aus der Liebe zu seinem Ex-Club keinen Hehl macht: „Mainz vor Dortmund“, sagte „Kloppo“, „das ist die einzige Konstellation in der Tabelle, die ich akzeptieren kann.“