MANCHESTER - MANCHESTER/SID/DPA - Das Fußball-Mutterland erobert den Kontinent und die Konkurrenz verneigt sich voller Hochachtung. „Europa spricht Englisch“, hieß es in großen Lettern auf der Titelseite der französischen Sportzeitung „L’Équipe“. „Der englische Fußball dominiert in Europa“, schrieb die spanische Zeitung „El País“. Gründe für die Lobeshymnen am Mittwoch waren die an Perfektion grenzende Lehrstunde beim 7:1-Erfolg von Manchester United gegen den AS Rom und der verdiente 2:1-Sieg von Michael Ballack und dem FC Chelsea beim FC Valencia am Abend zuvor in den Rückspielen des Championsliga-Viertelfinals.
Den englischen Triumph machte am Mittwochabend der FC Liverpool perfekt, der im Rückspiel an der Anfield Road den niederländischen Club PSV Eindhoven mit 1:0 bezwang. Die „Roten“ treffen im Halbfinale auf das Ballack-Team Chelsea. „ManU“ spielt gegen Bayern-Bezwinger AC Mailand.
Dabei stand der italienische Vereinsfußball am Dienstag noch als Verlierer da. „So ist noch nie ein italienisches Team in der Champions-Liga geschlagen worden“, schrieb die „Gazzetta dello Sport“. „Das war ein bitterer Abend. Es ist alles um uns herum zusammengebrochen, und wir haben nichts mehr verstanden“, meinte Roms Kapitän Francesco Totti. Carrick (12./60.), Smith (17.), Rooney (19.), Ronaldo (44./ 49.) und Evra (81.) besiegelten mit ihren Toren den höchsten Europacup-Sieg von Manchester seit 39 Jahren. Zum ersten Mal seit fünf Jahren zog das Team, das 1999 in einem denkwürdigen Endspiel Bayern München bezwungen hatte, wieder in das Halbfinale ein.
„Fantastisch, absolut super. Das war zweifelsohne das beste Europacup-Spiel seit ich Trainer von Manchester United bin“, schwärmte Coach Sir Alex Ferguson – der Schotte ist seit über 20 Jahren in dem Amt. Durch Hooligan- Ausschreitungen im Stadtzentrum bekam der Sieg aber einen bitteren Beigeschmack.
Erst in letzter Minute durch den Treffer von Michael Essien gewann der FC Chelsea in Valencia und machte so das 1:1 aus dem Hinspiel wett. „Unglücklicher als durch ein Tor in der letzten Minute kann man nicht ausscheiden. Eine Verlängerung wäre allerdings keine neue Chance, sondern eher eine Fortsetzung des Leidens gewesen“, schrieb die spanische Sportzeitung „As“.
Von paradiesischen Zuständen für Coach José Mourinho kann dennoch keine Rede sein. Obwohl der Ballack-Fürsprecher mit Champions-Liga, Premier League und FA Cup noch drei Titel holen kann, sprach der Portugiese erstmals offen von einem Abschied von den „Blues“.
