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NWZonline.de Sport Fußball

Fußball: City-Freispruch löst Streit unter Trainer-Stars aus

15.07.2020

Manchester Mit ernster Miene konterte Pep Guardiola die Kritik von Jürgen Klopp und José Mourinho am Europacup-Freispruch für Manchester City und forderte eine Entschuldigung. Gestärkt durch das umstrittene CAS-Urteil darf sich der Spanier nicht nur auf die nächste Millionen-Einkaufstour freuen, sondern verteidigte seinen Verein auch selbstbewusst gegenüber den Trainerkollegen.

Das sagen die Trainer

„Es zeigt, dass alles, was die Menschen über den Club gesagt haben, nicht wahr war“, sagte Guardiola am Dienstag: „José und die anderen Trainer sollten wissen, dass wir beschädigt wurden. Man sollte sich bei uns entschuldigen.“ Nur eine Stunde zuvor hatte Klopp die Entscheidung mit Sorge kommentiert und befürchtet negative Folgen für die Finanzregeln der Europäischen Fußball-Union: „Ich denke nicht, dass es ein guter Tag für den Fußball war“, sagte der Meistercoach des FC Liverpool. Es sei „ein großartiger Tag für den Fußball und kein schlechter Tag“, erklärte indes Guardiola. Mourinho hatte zuvor die Aufhebung des Zwei-Jahres-Banns von City für die Champions League als „Desaster“ bezeichnet und sieht das Financial Fair Play ausgehöhlt: „Die Zirkustür ist offen.“

Buhlt City um Alaba?

Kurz nach der Verkündung der europaweit harsch kritisierten CAS-Entscheidung geriet bereits der bevorstehende mögliche Transferangriff mit Spekulationsobjekt David Alaba in den Fokus. Guardiola dürfe nun mehr als 160 Millionen Euro ausgeben, berichtete der „Guardian“. Hauptziel sei dabei Alaba, den er beim FC Bayern trainierte. Auch Guardiola soll bald ein lukratives Angebot für eine Verlängerung seines bis 2021 laufenden Vertrags erhalten. „Ich war zuvor glücklich und bin es jetzt. Wir haben noch Zeit, darüber zu sprechen“, sagte er.

Besitzer und Sponsoren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten dürfen sich mit ihrem Geschäftsmodell der milliardenschweren Alimentierung bestätigt fühlen. Gewichtiger als die Reduzierung der ursprünglichen Geldstrafe von 30 Millionen Euro wird für City bei möglichen Transfergesprächen das Argument, sich weiter auf der Bühne der europäischen Königsklasse präsentieren zu dürfen.

Die Uefa als Verlierer

Die Europäische Fußball-Union Uefa steht als Verlierer da. Das Urteil legitimiert das Geschäftsmodell von City und damit jenes Verhalten, dem das 2009 beschlossene Financial Fair Play entgegenwirken sollte. Durch von „Football Leaks“ veröffentlichte Dokumente war herausgekommen, dass City zwischen 2012 und 2016 Sponsoreneinkünfte weit über Gebühr bewertet haben soll. Als Sponsoreneinnahmen aus Abu Dhabi deklarierte Gelder sollen vom Club-Besitzer gezahlt worden sein. „Die Glaubwürdigkeit des Financial Fair Play liegt in Trümmern“, kommentierte die BBC. Dass Manchester nur zehn Millionen Euro wegen mangelnder Kooperation im Verfahren zahlen muss, verstärkte die verheerende Wirkung für die Uefa. Seit Übernahme aus den Emiraten verbuchte City mehr als 1,6 Milliarden an Transferausgaben. Die Einnahmen belaufen sich seitdem hingegen nur auf rund 550 Millionen.

Das sind Reaktionen

„Ich bin fassungslos und total enttäuscht. Es ist eine Katastrophe, das Waterloo für die Sportregelwerke“, sagte der Ex-Finanzchef der Deutschen Fußball Liga, Christian Müller, der ARD. Der CAS-Verweis, dass die Vorwürfe durch die Uefa nicht bewiesen oder verjährt seien, bringt deren Finanzkontrollkammer in Erklärungsnot. „Der europäische Fußballverband wird sich möglicherweise nie mehr von der Entscheidung des CAS erholen“, schrieb der „Independent“ und wertete das Urteil als „Katastrophe“ .

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