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MEISTERRENNEN Verfolger ohne starke Nerven

Marcelinho holt auf

Weiterhin an der Spitze der Torschützenliste in der Fußball-Bundesliga bleibt Marek Mintal (Nürnberg) mit 22 Toren. Zu Delron Buckley (15/Bielefeld) schloss Herthas Marcelinho durch seinen Siegtreffer beim Spiel gegen Werder auf.

Elf des 29. Spieltages

Wächter (Hamburg) – Cherundolo (Hannover), Möhrle (Rostock), Wörns (Dortmund), Simunic (Berlin) – Beinlich (Hamburg), Thurk (Mainz), Wosz (Bochum) – Marcelinho (Berlin) – Berbatow (Leverkusen), Mpenza (Hamburg).

Der 30. Spieltag

Sonnabend: Stuttgart - Wolfsburg, HSV - Rostock, München - Bochum, Bielefeld - Freiburg, Dortmund - Kaiserslautern, Mainz - Hannover, Hertha - Schalke (alle 15.30 Uhr). Sonntag: Nürnberg - M’gladbach, Leverkusen - Werder (beide 17.30 Uhr).

Von Rainer Kalb

Ein wenig, ein ganz klein wenig kam wieder der Gedanke an die Meisterschaftsentscheidung von 2001 auf, als die Bayern durch ein Tor am letzten Spieltag in letzter Sekunde Schalke den Titel wegschnappten. Jetzt bauten die Kaisertreuen wieder in letzter Sekunde den Vorsprung gegenüber den Königsblauen auf sechs Punkte aus. Die Hierarchie bleibt gewahrt; kaum vorstellbar, dass sich die Bayern bei noch zu vergebenden 15 Punkten ihren 19. Titel streitig machen lassen. „Es tut sehr, sehr weh“, sagte Ebbe Sand. Und gab mit diesem Satz das Rennen verloren.

Schalke, Stuttgart, Bremen: All die Verfolger patzten. Statt ihre Chance zu suchen, waren alle drei Teams, die zumindest in die Champions-Liga wollen, wie gelähmt. Ohne Souveränität, lethargisch Schalke. Ohne Kampfeswillen, ohne Laufbereitschaft Stuttgart. Bremen zweikampfschwach, mit vielen Fehlern im Kombinationsspiel.

Doch nicht nur bei denen da ganz oben begannen auf der Zielgeraden die Nerven zu flattern. Borussia Dortmund, den Uefa-Cup-Platz vor Augen, war nicht „gierig“ genug auf das zweite Tor gegen Bielefeld, setzte nicht nach. Gleiches gilt für die Namenscousine Borussia aus Mönchengladbach, die gegen Mainz förmlich um den Ausgleich bettelte.

Unter der Woche hatte die Borussia auf ihrer Homepage die Fans tippen lassen, wer wohl absteigen werde. Als die eigenen Fans „ihre“ Borussia mit mehreren hundert Stimmen vorne hatten, wurde die Umfrage nachmittags eilends aus dem Netz genommen. Fehlende Souveränität, nicht nur auf dem Spielfeld.

Wenn dann auch noch Bayer Leverkusen trotz eines Sieges nur Schmalkost bietet, wenn Sportdirektor Völler einräumt, das sei „kein Leckerbissen“ gewesen, dann scheinen in der Liga nervenstark nur die zu sein, die nichts zu verlieren haben – und Bayern München.

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