• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport Fußball

Chile Gewinnt Copa América: Messis Albtraum

07.07.2015

Santiago De Chile Diesmal schaute er erst gar nicht rüber zur Trophäe. Lionel Messi eilte mit gesenktem Blick eilig vom Siegerpodest herunter, riss sich die kurz zuvor umgehängte Silbermedaille vom Hals und verschwand gefrustet im Spielertunnel. Der 28-Jährige, Alles-Gewinner mit dem FC Barcelona, steht nach dem erneuten Drama im Finale der Copa América bei Argentiniens Fußball-Selección weiter in der Bringschuld.

„Pesadilla II“, Albtraum 2, titelte mit Anspielung auf das verlorene WM-Endspiel gegen Deutschland im Vorjahr Argentiniens führendes Sportblatt Sekunden nach Abpfiff der torlosen 120 Minuten und dem 1:4 im Elfmeterschießen gegen Turnier-Gastgeber Chile auf seiner Webseite. Ohne „Feuerkraft“ kehre das Team mit leeren Händen zurück, tadelte „Olé“ und jammerte: „Seit 22 Jahren haben wir nichts gewonnen.“

Schlimmer noch: Der Vize-Weltmeister, der zuletzt 1993 beim südamerikanischen Nationencup triumphierte, verlor zum fünften Mal in Folge ein Endspiel; nach Copa América 2004 und 2007, Confed Cup 2005 und der WM in Brasilien. Der goldenen Generation um Messi (28), Sergio Agüero (27), Ángel Di María (27), Gonzalo Higuaín (27), Carlos Tevez (31) oder Javier Mascherano (31) rennt drei Jahre vor der WM 2018 in Russland nun die Zeit davon.

Zu allem Überfluss wurde die Familie Messis laut Medienberichten in Santiago de Chile auf der Tribüne attackiert und musste sich in einem TV-Studio in Sicherheit bringen. Messis Bruder Rodrigo soll sogar von einem Gegenstand getroffen worden sein.

Nach dem Finale war Messi so enttäuscht, dass er sich sogar geweigert haben soll, die Auszeichnung als bester Spieler des Turniers anzunehmen. Das berichten mehrere Medien in Spanien und Argentinien übereinstimmend. Die spanische Tageszeitung Marca veröffentlichte auf ihrer Internetseite ein Video, in dem der Pokal für den besten Spieler kurz vor der Siegerehrung vom Podium entfernt wird.

Im „Estádio Nacional“, das gut 45.000 Chile-Fans in Rot gekleidet hatten, hofften die immerhin 5000 angereisten Albiceleste-Anhänger im entscheidenden Moment zuvor vergeblich auf Geistesblitze des viermaligen Weltfußballers. Zwar bereitete Messi die klarsten Chancen durch Agüero (20.) und mit der letzten Aktion vor der Verlängerung durch Higuaín vor, zudem verwandelte er Argentiniens einzigen Elfmeter im Showdown, dennoch schrieb La Nacion: „Seine Kategorie Ausnahmekönner steht nicht zur Diskussion, aber in der Selección kehrt ihm der Ruhm weiter den Rücken zu.“

Derweil zelebrierten die „Campeones“ ausgelassen ihren Premierentriumph bei der 44. Auflage des ältesten Fußball-Nationenturniers. „Feiertag, Feiertag“, riefen Chiles Helden in der Siegesnacht auf dem Balkon des Präsidentenpalastes La Moneda Richtung Staatschefin Michelle Bachelet, die als „Fan Nummer 1“ im Stadion und beim Blitz-Empfang in ihrer Residenz hautnah dabei war.

Zuvor hatte Alexis Sanchez von Englands FA-Cup-Sieger FC Arsenal mit dem letzten Versuch im Elfmeterschießen das Estádio Nacional in einen Hexenkessel verwandelt, nachdem der Argentinier Gonzalo Higuáin seinen Schuss über das Tor gejagt hatte und Landsmann Éver Banega an Chiles Torwart Claudio Bravo gescheitert war. Matías Fernández, der Ex-Leverkusener Arturo Vidal und Charles Aránguiz waren für die Chilenen ebenfalls vom Kreidepunkt aus erfolgreich.

„Wir mussten einfach gewinnen, egal wie. Das war eine Gelegenheit, die wir uns nicht entgehen lassen durften. Nach all dem, was wir hier bei der Copa gezeigt haben, sind wir die verdienten Sieger“, jubelte der Hamburger Marcelo Diáz, der als einziger von Chiles Bundesliga-Trio im Finale im Einsatz war. Der gesperrte „Po-Grapscher“ Gonzalo Jara (Mainz) und Reservist Miiko Albornoz (Hannover) drehten die Ehrenrunde im Stadion mit.

Da waren die meisten Argentinier schon im Mannschaftsbus verschwunden. Auch Pechvogel Ángel Di María, der vor einem Jahr das WM-Finale wegen einer Muskelverletzung verpasst hatte und diesmal nach einer halben Stunde wegen einer Zerrung im rechten Oberschenkel den Platz verlassen musste. Nicht nur deshalb klagte „Oldie“ Mascherano, bei vier der fünf verlorenen Finals dabei: „Das ist eine Folter.“

NWZ Bundesliga-Tippspiel 20/21
Wer wird Tippspiel-König 20/21? Am besten gleich mittippen und jeden Spieltag um einen 50€-Gutschein von Möbel Weirauch spielen!

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.