Mainz/Bremen - Für Werder Bremen wirken nun selbst ganz kleine Schritte im Abstiegskampf wie ein großer Erfolg. Seit sechs Spielen sind die Hanseaten in der Fußball-Bundesliga schon ohne Sieg, als nächstes kommen an diesem Sonnabend (15.30 Uhr) die formstarken Schalker ins Weserstadion.
Und doch überwog nach dem glücklichen 1:1 in Mainz am Osterwochenende die Erleichterung. „Ich bin sehr froh, dass unser Aufbäumen belohnt worden ist“, sagte Manager Thomas Eichin.
Doch auch angesichts der nun sieben Punkte Abstand auf den Relegationsplatz 16 ist das Team von Trainer Thomas Schaaf noch nicht über den Berg. Denn auch in Mainz offenbarten die Bremer wieder große Defizite. So musste neben dem Ausgleich durch Aaron Hunt (69. Minute) schon ein Ausnahmetag von Torhüter Sebastian Mielitz her, um die Niederlage zu verhindern.
Der 23-Jährige, der bereits 52 Tore kassierte, konnte erstmals in dieser Saison restlos überzeugen und bewahrte Werder mehrmals vor dem zweiten Gegentreffer. „Da habe ich den Ball schon drin gesehen, doch Miele hat immer noch eine Hand oder ein Bein ausfahren können“, sagte Angreifer Nils Petersen.
„Wir können uns bei ihm bedanken, dass wir hier gepunktet haben“, meinte Aaron Hunt. Und Trainer Schaaf ergänzte: „Sebastian hat heute nachgewiesen, dass er ein Rückhalt sein kann.“
Der so Gelobte versuchte nach dem Abpfiff zwar, zurückhaltend zu bleiben, konnte eine gewisse Erleichterung jedoch nicht ganz verbergen. „Es war sicher mein bestes Spiel als Stammtorhüter. Endlich konnte ich mal zeigen, warum ich die Nummer eins auf dem Trikot habe“, sagte Mielitz.
Vor dem Spiel besuchte ihn Werders ehemaliger Torwart Oliver Reck im Hotel und wünschte viel Glück. Das gab Mielitz offenbar jede Menge Auftrieb, nachdem er zuvor in Person von Frank Rost durch einen anderen Ex-Schlussmann der Bremer hart kritisiert worden war. „Ach, ich habe mir in den Zeitungen zuletzt einfach nur noch die Bilder angesehen“, sagte Mielitz, der sich in Mainz voll konzentriert zeigte.
Seine Leistung war indes Balsam für das Gewissen von Assani Lukimya, der sonst wohl schlaflose Nächte gehabt hätte. Die 33 374 Zuschauer hatten noch nicht alle ihre Plätze eingenommen, da verlor der Verteidiger den Ball gegen Andreas Ivanschitz, dessen Zuspiel Adam Szalai nach exakt 12,6 Sekunden zur Mainzer 1:0-Führung verwertete.
„Ich hatte in der Szene mehrere Ideen im Kopf und mich zu spät entschieden“, sagte Lukimya. So fiel das fünftschnellste Tor der Bundesliga-Historie und gleichzeitig das schnellste nach gegnerischem Anstoß.
Doch Lukimya steigerte sich danach wie die gesamte Mannschaft. „Das war sehr wichtig, denn diesen Punkt können wir ganz dringend brauchen“, sagte Torschütze Aaron Hunt.
