Bremen/Oldenburg - Studiogast Willi Lemke steckte im Stau. „Der damalige Werder-Manager kam erst ins Funkhaus, als es fast schon vorbei war“, erinnert sich Ludwig Evertz an die nervenaufreibende Premiere vor 20 Jahren. Am 1. November 1994, um 18.35 Uhr, ging der „Sportblitz“ erstmals auf Sendung. Seitdem produziert Radio Bremen (RB) jeden Werktag ein eigenes Sportmagazin für sein Regionalfernsehen.

„Zeit zum Durchschnaufen bleibt nicht, denn Werder hält uns alle auf Trab.“ Mit einer Anspielung auf die fußballerischen Turbulenzen an der Weser leitete Moderator und RB-Sportchef Evertz nun am Montagabend um „6 nach 6“ (18.06 Uhr) die Jubiläumswoche ein. „Aber wir wollen mehr als Werder und Walle“, versprach er schon bei der Premiere ein Angebot, das über Fußball-Bundesliga und Frauen-Handball – die damaligen Zugpferde – hinausgeht.

Der tägliche Sportblitz soll „kompetent, aktuell, blitzschnell und frech“ in die Wohnzimmer funken. Die „Bremer Brille“ setzen die Moderatoren immer wieder ab, um über den Tellerrand hinaus in die Region zu blicken. Regelmäßig werden auch Sportler aus dem Umland ins Studio eingeladen. So plauderte zum Beispiel Trainer Sebastian Machowski über die EWE Baskets aus Oldenburg, die ehemalige Handballerin Wiebke Kethorn über die VfL-Frauen oder Ex-Präsident Klaus Berster über die Fußballer des VfB.

Den Sportblitz bezeichnet Evertz als „Unikum“. Denn nur der kleinste ARD-Sender in Bremen leiste sich eine tägliche regionale Sportsendung. „Wir sind stolz auf die Einzigartigkeit“, betonte Radio Bremens Programmdirektor Jan Weyrauch zum Start der zusätzlichen Sonntagssendung. Ausgedacht hatte sich das Ganze Evertz’ Vorgänger Jörg Wontorra. Anfang der 90er-Jahre experimentierte er gemeinsam mit seinen Kollegen am Konzept, damals noch im Ersten Programm während des Magazins „buten un binnen“. Dann war zwei Jahre Sendepause, ehe der Blitz 1994 aufflackerte.

Seit September 2013 heißt die Sendung „buten un binnen sportblitz“ mit festem Platz um 18.06 Uhr im Radio Bremen TV. „Ein Ende ist nicht abzusehen“, sagt Evertz zuversichtlich: „Es sei denn, der Blitz schlägt bei uns im Haus ein.“