MöNCHENGLADBACH - MÖNCHENGLADBACH/SID - Innerhalb von vier Tagen hat Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach mitten im Abstiegskampf die komplette sportliche Führung ausgetauscht. Nach Trainer Dick Advocaat musste sich auch der heftig kritisierte Sportdirektor Christian Hochstätter dem öffentlichen Druck beugen und machte fünf Spieltage vor Ende der Saison den Weg für einen Neuanfang frei. An der Seite von Interimscoach Horst Köppel soll Peter Pander als Nachfolger für Hochstätter den fünfmaligen deutschen Meister zunächst zum Klassenerhalt und dann in eine erfolgreichere Zukunft führen.
„Es gilt jetzt, mit voller Kraft den Bundesliga-Verbleib zu sichern. Alle Gespräche über die Zukunft werden zurückgestellt“, kündigte der frühere Wolfsburger Manager an, der bei den Borussen einen Vertrag bis 2008 erhält. Dieser gilt auch für die Zweite Liga.
Die Situation der Borussia ist prekär: Der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz ist auf einen Punkt geschrumpft, den knappen Vorsprung müssen die Borussen zudem ohne den belgischen Nationalstürmer Wesley Sonck verteidigen, der wegen einer Leistenoperation für den Rest der Saison ausfällt.
Hochstätter, seit 23 Jahren im Verein und seit 1999 Sportdirektor, hatte die Clubführung bereits am Dienstag informiert, dass er zum Saisonende gehen wolle. „Er wollte die Kritik, die aus seiner Sicht überzogen war, nicht mehr ertragen“, sagte Präsident Rolf Königs. Am Mittwoch habe man sich bereits mit Pander per Handschlag geeinigt. Hochstätter habe daraufhin empfohlen, den Wechsel schnell zu vollziehen.
Abwehrspieler Marcelo Pletsch ist unterdessen von der Borussia fristlos gekündigt worden. Der Deutsch-Brasilianer hatte Hochstätter der Lüge bezichtigt und ihn als „linke Bazille“ und „Typ ohne Charakter“ bezeichnet.
