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NWZonline.de Sport Fußball

Die Gewinner und Verlierer dieser WM

16.07.2018

Moskau 736 Spieler, 23 Trainer, 35 Schiedsrichter und viele prominente Randfiguren: Zahlreiche Gesichter prägten die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Dabei gab es bei dem gut vierwöchigen Spektakel Gewinner und Verlierer. Ein Überblick:

Gewinner

Stanislaw Tschertschessow: Der russische „Bär“ dirigierte das Gastgeber-Team überraschend bis ins Viertelfinale. Der Dank der russischen Fans ist dem 54-jährigen Trainer gewiss: Tausende jubelten dem Mann mit dem Schnauzer und seiner Sbornaja zu.

Wladimir Putin: Der Staatspräsident musste sich nicht groß im Stadion zeigen. Russland hat ein gut organisiertes, störungsfreies und sogar fröhliches Turnier abgehalten. Einziger Wermutstropfen für ihn: Die im Schutz der WM eingeleitete Rentenreform nimmt man ihm übel.

Rúrik Gislason: Der Zweitliga-Profi vom SV Sandhausen schied mit Island früh aus, wurde im Netz aber als Kultkicker gefeiert. Bei Instagram hat er statt 40 000 Followern jetzt mehr als eine Million.

Felipe Baloy: Beim 1:6 gegen England erzielte der 37-Jährige das erste WM-Tor in der Geschichte Panamas. Selten hat man einen so glücklichen Schützen und so selige Fans gesehen bei diesem Turnier.

Gareth Southgate: Der Gentleman der WM. Der englische Coach hat das Mutterland des Fußballs wieder hoffähig gemacht. „Der Messias mit der Anzugweste heilte unser unruhiges Volk mit seinen jungen Jüngern“, schwärmte „The Sun“.

Óscar Tabárez: Der 71-Jährige leidet an einer Nervenkrankheit, steht mit einer Krücke auf dem Platz – und hält Uruguays Fußball aufrecht. Der tapfere Trainer kam mit Luis Suárez, Edinson Cavani und Co. bis ins Viertelfinale.

Eden Hazard: Technisch brillant und torgefährlich: Hazard stach bei den starken Belgiern heraus. Der 27-Jährige vom FC Chelsea wird als Nachfolger von Cristiano Ronaldo bei Real Madrid gehandelt.

Verlierer

Joachim Löw: Die Mission Titelverteidigung krachend gescheitert, das Vorrunden-Aus historisch. Der Bundestrainer stand beim Debakel der DFB-Auswahl hilflos da. Weitermachen darf der 58-Jährige dennoch. Auf seine ausstehende Analyse sind alle gespannt.

Diego Maradona: Das Idol gab auf der Tribüne nur noch eine tragische Witzfigur ab. Der Ex-Weltmeister aus Argentinien fiel mit obszönen Gesten aus der Rolle.

Fernando Hierro: Der Sportdirektor von Titelfavorit Spanien beförderte sich nach dem Rauswurf von Julen Lopetegui mit zum Interimscoach – und scheiterte kläglich. Nach dem Aus im Achtelfinale musste er Luis Enrique Platz machen.

Lionel Messi: Auch im vierten Anlauf blieb die WM-Geschichte von Argentiniens Fußball-Idol eine unvollendete. Der Superstar wirkte zeitweise erdrückt vom Druck. Gegen Island verschoss er sogar einen Elfmeter.

Neymar: Den Traum vom sechsten WM-Titel konnte der Superstar Brasilien nicht erfüllen. Wegen seiner Schauspieleinlagen erntete der 26-Jährige so viel Hohn und Spott wie kein anderer Spieler.

Mladen Krstajic: Serbiens Coach sorgte mit seiner unsäglichen Kritik an Referee Felix Brych, den er nach dem Schweiz-Spiel vor das UN-Kriegsverbrechertribunal stellen wollte, für Empörung. Dabei hat der Ex-Profi neun Jahre in der Bundesliga gespielt.

Felix Brych: Der deutsche Schiedsrichter musste nach nur einem Spiel heimfahren. Die Anfeindungen nach dem ausgebliebenen Elfmeterpfiff für Serbien beim 1:2 gegen die Schweiz wurden dem 42-Jährigen wohl zum Verhängnis.

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