• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Sport Fußball

Fußball: Müde Wölfe tanzen im Rudel

01.06.2015

Berlin /Wolfsburg Dieter Heckings Kappe mit der Aufschrift „King“ brachte alle zum Lachen, das Tänzchen von Klaus Allofs mit Aufsichtsratschef Javier Garcia Sanz sorgte für Staunen und die Sangeskraft der 30 000 grün-weißen Fans verdiente Respekt: Beim VfL Wolfsburg herrschte nach dem 3:1-Erfolg im Pokalfinale gegen Borussia Dortmund große Ausgelassenheit. Fast wirkte der reiche Werksclub wie ein Verein aus dem Volk. „Das war ein Tag, an dem uns viele ins Herz geschlossen haben“, sagte Allofs. Und Garcia Sanz meinte: „Der Imagegewinn ist sehr groß. Wir haben heute viele Sympathiepunkte gemacht.“

Am Sonntag präsentierte Hecking den jubelnden Fans den begehrten Pokal – und versetzte 300 Kilometer entfernt von der Dortmunder Kultstädte Borsigplatz, wo eigentlich BVB-Trainer Jürgen Klopp feiern wollte, Wolfsburg in einen kaum gekannten Siegesrausch.

Doppel-Champions

Der VfL Wolfsburg sorgt für ein Novum im deutschen Fußball: Als erster Club im Profifußball gewinnt der VfL den DFB-Pokal „doppelt“. Am 1. Mai triumphierte bereits die Frauenmannschaft der Wölfe in Köln im Pokalendspiel mit 3:0 gegen den 1. FFC Turbine Potsdam. Da der FC Bayern sowohl den Meister bei den Männern als auch Frauen stellt, gibt es erstmals zwei „Doppel-Champions“ in Deutschland.

Die „Wölfe“ sind erstmals Pokalsieger. Zuletzt hatten sie 1995 als Zweitligist gegen Bor. Mönchengladbach im Finale gestanden und 0:3 verloren.

„Anderthalb Stunden können wir noch feiern und dann haut endlich ab, ich kann euch nicht mehr sehen“, rief Hecking erschöpft von der Dauerparty beim triumphalen Empfang am Sonntagnachmittag. „Ich bin wahnsinnig stolz darauf“, sagte der Wolfsburger Coach: „Es war eine herausragende Saison. Das kann einen Schub geben.“ Nah an der Tränen-Grenze ergänzte der 50-Jährige: „Es fühlt sich total bekloppt an.“

Heckings Gefühlsausbruch nach seinem ersten Titel als Fußball-Lehrer war nicht als Spitze für seinen enttäuschten Kollegen Klopp gedacht. Aber er skizzierte die Stimmung nach dem Finale treffend. „Es wird nicht einfach für den BVB, in der kommenden Saison ganz oben mitzuspielen. Wolfsburg kann vom Potenzial her die zweite Kraft hinter Bayern werden“, sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Hecking selbst hatte am Sonnabend alles für den ersten Titel investiert. 90 Minuten lang wirkte es fast so, als wolle der VfL-Coach seinem Trainer-Kollegen Klopp direkt am Spielfeldrand die Stirn bieten. So wild gestikulierend, so vehement diskutierend hatte man eigentlich nur den Dortmunder Trainer erwartet. Doch Hecking schrie, munterte auf, klatschte Beifall – und riss nach vier Minuten Nachspielzeit erleichtert die Fäuste in den Berliner Nachthimmel.

Wenige Minuten später zog er eine Baseballkappe mit der Aufschrift „King“ auf. „Meine beiden Söhne liefen heute mit der Mütze herum. Der eine hat dann gesagt, wenn Du den Pokal holst, dann setzt Du bitte diese Mütze auf“, erzählte Hecking: „Und ein Vater kann seinem Sohn nichts ausschlagen. Deswegen sitze ich hier mit der Mütze. Aber sie passt.“

Noch während der Pressekonferenz begann für „King“ Hecking und seine Pokalhelden die lange Party, die bis in den späten Sonntag hinein andauern sollte. Im Berliner Club „Schindler & Klatt“ an der Spree erlebte die Feier für die Torschützen Luiz Gustavo (22. Minute), Kevin De Bruyne (33.) und Bas Dost (38.) sowie alle anderen Wolfsburger ihren ersten Höhepunkt.

Mit der bierseligen Party ging es in Wolfsburg nahtlos weiter. Die meisten Spieler machten die Nacht durch und kamen direkt zur Sonderzug-Abfahrt in der Hauptstadt. Um 12.40 Uhr reckte VfL-Kapitän Diego Benaglio vor dem Wolfsburger Hauptbahnhof den Fans den Pokal entgegen. Tausende Anhänger begleiteten das Team beim Autokorso bis zum Rathaus, wo bei der Ankunft zwei Stunden später die rund 30 000 Fans warteten und immer wieder Party-Gassenhauer anstimmten. „Die Jungs, die Stadt, der Verein – alle sind stolz“, sagte der Brasilianer Naldo.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2033
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.