MÜnchen - Durchschnaufen für die kommenden Kraftproben: Franck Ribéry war „müde“, Thomas Müller „kaputt“, und laut Manuel Neuer war der schmucklose Erfolg über den gut organisierten VfL Wolfsburg „an die Substanz“ gegangen.
Spontan schenkte Trainer Pep Guardiola den geschlauchten Fußballern des FC Bayern nach dem 1:0 (0:0) durch das Siegtor von Thomas Müller (63. Minute) einen Sonntag zum Entspannen und versprach bessere Auftritte bei den nahenden Reifeprüfungen. Zunächst gastieren die Münchner an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF) in der Champions League bei Manchester City, ehe sie am kommenden Sonnabend zum Bundesliga-Spitzenspiel bei Bayer Leverkusen antreten.
2:0, 3:0, 4:0, 4:1 und 1:0 lautet die makellose Ausbeute nach fünf von insgesamt sieben Pflichtspielen innerhalb von 22 Tagen. Auch im 32. Bundesliga-Spiel in Folge blieb Bayern ungeschlagen. Damit jagt der Rekordmeister weiter den Uralt-Rekord des HSV von 36 Partien. Die letzte Niederlage in der Eliteklasse kassierte der Club vor knapp einem Jahr – gegen den kommenden Gegner Leverkusen.
Aber vom FC Bayern erwarten alle mehr. „Klar kommen die Fans ins Stadion, um viele Tore zu sehen. Aber das ist leider nicht immer möglich“, konstatierte Jérome Boateng und blickte unter seiner übergroßen schwarzen Kappe gespannt dem Kräftemessen mit Ex-Club Manchester City entgegen: „Das wird ein tolles Spiel. Und ich freue mich, dass ich bei Bayern bin und wir die Möglichkeiten haben zu zeigen, wo wir stehen.“
Beinahe die erste Rote Karte seiner Bundesliga-Laufbahn hätte Bastian Schweinsteiger kassiert. Eine Handgreiflichkeit gegen Diego wurde von Schiedsrichter Bastian Dankert nur mit Gelb gesühnt. „Dunkelgelb“, fand Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking. Schweinsteiger selbst schwieg. Die Gäste wiesen dagegen nach vier eigenen Platzverweisen an den ersten sechs Spieltagen vorsichtig auf eine vermeintliche Ungleichbehandlung hin. „Ich glaube, da hat er sehr viel Glück gehabt“, befand Geschäftsführer Klaus Allofs.
Sein VfL zeigte am Sonnabend jedoch, wie man in München bestehen kann: Mit kluger Taktik, ohne Angst und viel Laufbereitschaft. „Dass die Bayern gut sind, ist eine Sache. Dass man dicht dran ist, ist aber ein Mittel, um ihnen die Lust zu nehmen“, erklärte Allofs.
