MüNCH - Gleich zwei Dynamo-Spieler mussten vorzeitig vom Feld. Dresdner Fans zündeten auf der Tribüne ein Feuer.
Von gerd Münster
MÜNCHEN - Durchatmen in Saarbrücken und Offenbach, Abstiegsalarm in Dresden – im Tabellenkeller der 2. Fußball-Bundesliga sind die ersten Würfel gefallen. Der 1. FC Saarbrücken mit dem 1:0 im Kellerderby gegen LR Ahlen und Kickers Offenbach mit dem 2:0 gestern in Burghausen waren am 28. Spieltag die Gewinner im Rennen um den Klassenverbleib.Dynamo Dresden fiel dagegen nach dem 0:2 im Ostderby bei Erzgebirge Aue auf den vorletzten Tabellenplatz zurück. Bei der dritten Pleite nacheinander machten das frühe Aus von Torwart Darko Horvat, der sich vermutlich einen Kreuzbandriss zuzog, und die Platzverweise von Kapitän René Beuchel (Rot/54.) und Pavel Pergl (Gelb-Rot/86.) das Fiasko perfekt. Doch nicht nur Beuchel und Pergl verloren die Nerven: Dresdner Fans zündeten während der ersten Halbzeit ein Feuer in ihrem Block, und ein Fan mit schwarzem Dynamo-Pullover zeigte den verfassungsfeindlichen Hitler-Gruß. Einzig erfreulich aus Dynamo-Sicht: Für Torwart Horvat, der sich bei einem Foul gegen Sven Günther verletzt hatte, kam Oliver Herber ins Tor. Er hatte sein letztes Pflichtspiel für Dynamo im Dezember 2004 bestritten und im August 2005 einen Schlaganfall erlitten. Beim von Horvat verursachten und von
Jörg Emmerich vollstreckten Elfmeter (14.) hatte er bei seinem Comeback jedoch keine Chance. Für das verdiente 2:0 sorgte Kevin Hampf (44.). Mit den „Veilchen“ aus Aue dürfte auch Hansa Rostock nach dem 1:0 in Unterhaching das rettende Ufer erreicht haben.
Im Aufstiegskampf sind zwei Plätze so gut wie vergeben, aber Spitzenreiter Bochum spricht auch nach dem 3:1 am Freitag noch nicht vom direkten Wiederaufstieg. „Erst wenn wir 65 Punkte haben, sind wir durch“, sagte Trainer Marcel Koller. Im Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz eins kann Aachen mit einem Sieg heute (20.15 Uhr/DSF) gegen 1860 München wieder Primus werden.
Der begehrte dritte Platz bleibt heiß umkämpft. Energie Cottbus ist nach dem 2:1 am Freitag gegen Freiburg mit 47 Punkten weiterhin Dritter, doch der Karlsruher SC (2:1 gegen Greuther Füth/46 Punkte) lässt nicht locker.
Im Saarbrücker Ludwigspark gelang Aimen Demai (60.) der erlösende Siegtreffer für die Gastgeber. Ahlens Musemestre Bamba (86.) sah Gelb-Rot.
Offenbach sorgte in Burghausen früh für klare Verhältnisse. Mit dem ersten Sieg nach drei Partien dank der Tore von Suat Türker (4.) und Mamadou Diabang (33.) können die Kickers wieder hoffen.
