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NWZonline.de Sport Fußball

Bundesliga: Er geht nach Zwangspause auf Rekordjagd

03.04.2020

München Den deutschen Clásico hatte Robert Lewandowski im Terminkalender ganz fett angestrichen. An diesem Samstagabend wollte der Torjäger des FC Bayern nach mehr als fünf Wochen Verletzungspause beim Bundesliga-Gipfel wieder auf dem Rasen stehen, vor 80 000 Zuschauern im Dortmunder Fußball-Tempel gegen seinen Ex-Club BVB. Zweiter gegen Erster – besser geht’s nicht. Doch das Topspiel fällt wegen der Corona-Krise aus, der Spielbetrieb ruht. Nachholtermin? Unbekannt.

Es wäre für die Bayern freilich knapp geworden mit dem Einsatz des Topstürmers im Duell der heißesten Titelanwärter, wie Trainer Hansi Flick bestätigte. Lewandowski hatte sich beim 3:0 der Bayern im Champions-League-Achtelfinale am 25. Februar in London gegen den FC Chelsea verletzt. Gleich nach der Diagnose, Anbruch der Schienbeinkante am linken Kniegelenk, war der Liga-Gipfel als Comeback-Termin angepeilt worden, auch vom Spieler. „Ich werde bald zurück sein und werde bereit sein zu kämpfen“, sagte Lewandowski.

Falls diese Saison irgendwann doch noch mit Geisterspielen fortgesetzt werden sollte, könnten die Bayern sogar profitieren. „Wenn man so will, könnte Robert nun zwei Spiele mehr bestreiten“, sagte Flick. Denn in Lewandowskis Verletzungspause fielen die abgesagten Partien gegen Union Berlin und Eintracht Frankfurt.

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Bis zum Neustart werde Lewandowski wieder richtig fit sein, sagte Flick. Auf Instagram verbreitete der 31-jährige Pole jüngst Videosequenzen, die ihn im heimischen Garten wieder mit dem Ball am Fuß zeigen. Aus dem Aufbautraining ist der Zeitdruck gewichen.

Form seines Lebens

Im Titelkampf könnte ein wiedergenesener Lewandowski zum Münchner Erfolgsfaktor werden. Denn der Torjäger war bis zu der Verletzung in der Form seines Lebens, wie sein Trainer meint. „Von der Torquote war Robert sensationell“, sagte Flick. 39 Treffer erzielte der Angreifer in 33 Pflichtspielen – und er brach dabei zahlreiche Rekorde.

In der Bundesliga konnte Lewandowski sogar zugetraut werden, die Allzeit-Bestmarke von Gerd Müller (74) zu knacken. Der „Bomber“ traf in der Spielzeit 1971/72 im Bayern-Trikot 40-mal. Lewandowski führt 48 Jahre später die Torschützenliste mit 25 Toren an, gefolgt von Leipzigs Timo Werner (21 Tore). „Alles ist machbar“, antwortete Flick auf die Frage, ob er Lewandowski zutraue, Müllers Rekord zu knacken. Begründung: Der Stürmer könnte nun noch in neun Ligaspielen treffen.

Auch in der Champions League ist Lewandowski aktuell der beste Schütze. Elf Treffer bedeuten Saisonrekord für ihn. Platz zwei belegt der 19-jährige Norweger Erling Haaland (10 Tore), der mit Borussia Dortmund allerdings im Achtelfinale gegen Paris Saint-Germain ausgeschieden ist. Das Torjägerduell Haaland kontra Lewandowski wäre auch ein Höhepunkt des vertagten Bundesliga-Clásicos gewesen.

Gereifte Persönlichkeit

In München ist in dieser Saison ein anderer Robert Lewandowski zu erleben. Einer, der zur Führungspersönlichkeit gereift ist. Der Pole schaut nicht mehr exklusiv auf seine Torquote. Er tritt viel teamorientierter auf. Beim vorerst letzten Einsatz gegen Chelsea legte er Teamkollege Serge Gnabry zwei Tore auf, bevor er selbst das 3:0 erzielte. „Robert hat in dieser Saison gezeigt, welche Qualität er hat, nicht nur vor dem Tor“, sagte Flick: „Er ist auch einer, der sich komplett in die Mannschaft einfügt.“ So sei Lewandowski etwa in vorderster Linie der „Impulsgeber, wenn wir gegen den Ball agieren“.

Lewandowski begrüßt es umgekehrt, dass der FC Bayern unter dem Cheftrainer Flick wieder offensiver und dominanter agiert: „Alles funktioniert richtig gut. Jeder Spieler hat Spaß, gibt Gas. Wir spielen als eine Mannschaft.“ Dafür seien taktische Kleinigkeiten verantwortlich. „Wir haben super Spieler und können mit diesen super Fußball zeigen. Es läuft einfach“, sagte Lewandowski. Er sagte das in einer Zeit, bevor ihn die Verletzung und dann alle Corona stoppte.

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