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NWZonline.de Sport Fußball

Flick verfolgt Acht-Spiele-Plan

23.11.2019

München Hansi Flick hat „Spaß“. Spaß an der Arbeit als Cheftrainer des FC Bayern. Mindestens acht weitere Spiele darf der 54-Jährige Chef sein – und dann? Genau da zeichnet den Ex-Profi im aufgeregten Fußballgeschäft eine wohltuende Unaufgeregtheit aus. Und darum kann Flick nach seinem tollen Zwei-Siege-Start auch mit der einstweiligen Beförderung bis Weihnachten gut leben. „Mit der Lösung bin ich absolut zufrieden“, sagte er vor dem Bundesliga-Gastspiel des deutschen Meisters an diesem Samstag (15.30 Uhr) bei Fortuna Düsseldorf.

Flicks Acht-Spiele-Plan steht. Der lautet: Weiter gewinnen – und so auch weiter für sich persönlich werben. „Bei Bayern München ist es wichtig, dass du Spiele gewinnst“, erklärte Flick während der Pressekonferenz am Freitag, in der er zu seinem aktuellen Status sagte: „Es ist eine Sache, die mir einfach auch Spaß macht.“ Und er gab – nach dem geglückten Anfangsprojekt gegen Piräus (2:0) und Borussia Dortmund (4:0) – zu: „Man denkt schon mittelfristiger.“

Flick konzentriert sich auf seine Arbeit mit der Mannschaft, mit der er spätestens Weihnachten auch in der Bundesliga oben stehen will. Düsseldorf, Roter Stern Belgrad, Bayer Leverkusen und das Topspiel beim Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach heißen die nächsten sportlichen Aufgaben, die wegweisend sein werden. Womöglich auch für die dauerhafte Nachfolge von Trainer Niko Kovac.

„Das Entscheidende ist, dass der Verein Zeit hat“, sagte Flick. Die Bosse hätten „jetzt alle Optionen zu gucken, was sie für die Zukunft wollen“. Welche Namen kursieren, interessiere ihn nicht, sagte Flick, angesprochen auf den bei Tottenham Hotspur gefeuerten Argentinier Mauricio Pochettino.

Vom Chefposten zurück ins zweite Glied? Diesen Automatismus im Falle der Verpflichtung eines neuen Chefcoaches bejaht Flick am Freitag nicht (mehr). „Fußball ist nicht planbar. Ich möchte alles abwarten, wie die Entwicklung ist. Und dann werde ich mich entscheiden.“

Er muss jetzt erst mal beweisen, dass der positive Neustart mit ihm zukunftsfähig ist. „Die zwei Spiele waren etwas Besonderes“, sagte er rückblickend auf Piräus und den BVB. Jetzt kommt der Alltag, jetzt geht es um Kontinuität. In Düsseldorf wartet ein Gegner, der in Rouwen Hennings (9 Saisontore) einen Torjäger hat, vor dessen Effektivität Flick seine neuformierte Abwehrkette um David Alaba warnt.

Flick hat keinen Grund, die Siegerelf der ersten zwei Partien zu verändern. Die Unzufriedenheit bei Reservisten wie Philippe Coutinho oder Thiago könnte damit wachsen. „Wir haben den Spielstil ein bisschen verändert“, erläuterte Flick. Er setzt(e) im Mittelfeld auf Spieler, „die gegen den Ball den Ticken besser sind“. Joshua Kimmich, Leon Goretzka – und Thomas Müller, auch wenn der seit sieben Monaten in der Liga nicht mehr getroffen hat. Flick schätzt den Teamworker Müller. „Er gibt einer Mannschaft Impulse, hat taktisch ein hohes Verständnis. Was er in den letzten zwei Spielen abgerackert hat, weit über zwölf Kilometer“, sagt Flick.

Er setzt auf seinen eigenen Umgangsstil mit den Stars, offen und ehrlich“ mit den Spielern zu kommunizieren: „Ich möchte keinem etwas vorgaukeln.“ Keine Frage: Der Chef-Job macht ihm Spaß.

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