MüNCHEN - Der deutsche Fußball-Rekordmeister Bayern München hat das Finale der Champions League am 19. Mai im eigenen Stadion noch nicht aus den Augen verloren. Der Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes reicht nach dem 2:1 (1:0) im Halbfinal-Hinspiel gegen Real Madrid am kommenden Mittwoch im Rückspiel in der spanischen Hauptstadt schon ein Unentschieden, um ins Endspiel einzuziehen.
Zur Pause hatten die Münchner vor 66 000 Zuschauern in der ausverkauften Arena durch den Treffer von Franck Ribéry (17. Minute) mit 1:0 geführt. Mesut Özil, deutscher Nationalspieler in den Reihen der Gäste, markierte in der 53. Minute den Ausgleich. In der 90. Minute sorgte Mario Gomez für den Sieg.
Um was es ging, wurde beiden Mannschaften beim Betreten vor Augen geführt. „Road to Munich“ (Weg nach München) stand auf dem Torbogen, den die 22 Spieler durchschritten.
Die Spanier gingen entschlossener in die Partie. Vor allem Karim Benzema und Özil überzeugten. Der Franzose war überall und stach aus einer ungemein ball- und passsicheren Mannschaft heraus. Özil gefiel als Pass- und Ideengeber. Seine kluge Vorarbeit auf Benzema leitete die erste Chance ein, doch Torwart Manuel Neuer hielt Benzemas Schuss (7.).
Madrid trat weiter selbstbewusst auf, machte die Räume eng und verstellte wiederholt die Passwege der Münchner. Die erste Lücke für die Bayern, die anfangs ohne Thomas Müller spielten, tat sich über außen auf, als Arjen Robben Gegenspieler Fabio Coentrao davonlief und auf Ribéry passte. Der wurde von Sergio Ramos am Trikot gezupft, fiel aber zu plump, um Schiedsrichter Howard Webb (England) von einem Elfmeterpfiff zu überzeugen (15.).
Dass es anders geht, bewies der Franzose, als Ramos nach einer Ecke den Ball nicht klären konnte und Ribéry aus elf Metern mit einem satten Volleyschuss traf. Real antwortete mit einem Freistoß von Cristiano Ronaldo, der knapp übers Tor strich (21.) – die erste Szene des Portugiesen, der es acht Minuten später aus dem Spiel heraus erneut vergeblich versuchte. Auf der anderen Seite schoss Bastian Schweinsteiger, der das Bayern-Spiel nicht lenken konnte, knapp vorbei (28.).
In den restlichen Minuten dieses Durchgangs boten beide Teams eine unterhaltsame Partie, in der die Bayern deutliche Vorteile besaßen.
Auch in der Anfangsphase des zweiten Abschnitts hatte der deutsche Rekordmeister das Geschehen scheinbar sicher im Griff. Ball und Gegner wurden kontrolliert. Ein Ballverlust in der eigenen Hälfte führte zum überraschenden Ausgleich. Reals schnelle Stürmer kombinierten unbehelligt im Bayern-Strafraum. Özil stand goldrichtig und sorgte für den Ausgleich.
Nach einer Stunde stärkte Jupp Heynckes die Offensive und brachte für Schweinsteiger Müller. Madrid wehrte sich jetzt zunehmend mit unlauteren Mitteln. Bayern dominierte und erarbeitete sich Chancen. Gomez (71./73./84.) vergab dreimal, bevor er zum Sieg traf.
