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NWZonline.de Sport Fußball

Worauf es im Kracher ankommt

13.03.2019

München Sportdirektor Hasan Salihamidzic sieht das vielzitierte „Momentum“ aufseiten von Bayern München, auch Teammanager Jürgen Klopp vom FC Liverpool erwartet den deutschen Fußball-Rekordmeister im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League stärker als beim ersten Duell (0:0). „Sie sind offenkundig in einer anderen Phase, es ist ein deutlich besserer Zeitpunkt für Bayern“, sagt Klopp vor dem Treffen in der Münchner Arena an diesem Mittwoch (21 Uhr/Sky).

Liverpool hingegen hatte zuletzt Probleme, was Klopp allerdings nicht als Nachteil sieht: „Wir sind stark genug, ihnen einen guten Kampf zu liefern.“ Der 51-Jährige tüftelt an einem Plan, um den Bayern Probleme zu bereiten, „die ihnen in dieser Saison noch kein Gegner bereitet hat“. Worauf es dabei ankommen könnte, zeigt ein Vergleich der Mannschaftsteile:

Torwart

Auf Manuel Neuer kommt es in dessen 100. Champions-Spiel ganz besonders an: Wollen die Bayern ins Viertelfinale, sollten sie ein Gegentor tunlichst vermeiden. Kapitän Neuer hat sich nach zwischenzeitlichen Problemen im Anschluss an seine Verletzungspause stabilisiert, die Weltklasseform vergangener Jahre aber noch nicht wieder unter Beweis gestellt. Alisson, der Liverpool stolze 62,5 Millionen Euro wert war, gilt als einer der besten Torhüter der Gegenwart, ist in dieser Saison aber nicht frei von Fehlern.
Fazit: Ausgeglichen

Abwehr

Die unnötige Gelbsperre von Joshua Kimmich schmerzt den FC Bayern sehr. „Diese Gelbe Karte könnte alles verändern“, sagte Ex-Bayer Owen Hargreaves, und dachte dabei nicht nur an Kimmichs Defensivstärke: „Sie müssen treffen – und er ist der zuverlässigste Vorlagengeber.“ Von Ersatz Rafinha ist dies nicht uneingeschränkt zu behaupten. Bei Liverpool dagegen kehrt Abwehrchef Virgil van Dijk, nicht nur für Dietmar Hamann „der beste Verteidiger der Welt“, nach Sperre zurück. Auch Dejan Lovren wird wohl wieder spielen.
Fazit: Vorteil Liverpool

Mittelfeld

Künstler und Kämpfer: Javi Martinez stopft die Löcher, Thiago und James sorgen fürs Kreative. „Niko Kovac hat lange nach seinem optimalen Mittelfeld gesucht. Ich denke, er hat es gefunden“, schreibt Lothar Matthäus in seiner Sky-Kolumne. Klopp stellt diesem Trio Georginio Wijnaldum, Jordan Henderson und Zugang Fabinho entgegen. In Sachen offensiver Durchschlagskraft haben diese drei noch Defizite: Nur sechs von 68 Ligatoren gehen bei den „Reds“ auf das Konto von Mittelfeldspielern.
Fazit: Vorteil Bayern

Angriff

Thomas Müller fehlt ebenfalls gesperrt, Kingsley Coman ist noch nicht bei 100 Prozent – wieder einmal hängt beim FC Bayern im Angriff alles an Robert Lewandowski. Dem Polen hängt der zweifelhafte Ruf nach, in den „großen“ Spielen abzutauchen. Liverpool dagegen setzt voll auf seinen Traumsturm aus Mo Salah, Roberto Firmino und Sadio Mane. Das Trio, vor allem der im Vorjahr herausragende Salah, spielt allerdings nicht mehr so eindrucksvoll wie beim Finaleinzug 2018.
Fazit: Dennoch Vorteil Liverpool

Trainer

Bayern-Coach Niko Kovac hat auch in der schweren Hinrundenkrise immer die Ruhe bewahrt und mit seiner Defensivtaktik im Hinspiel eine ordentliche Ausgangslage ermöglicht. Seiner Mannschaft fehlte lange ein echtes Offensivkonzept, zuletzt aber brannten die Bayern in der Bundesliga zwei Tor-Feuerwerke ab (5:1 in Mönchengladbach, 6:0 gegen Wolfsburg). Klopp stieß vor drei Wochen mit seinem „Heavy-Metal“-Fußball an Grenzen, das war höchstens Kuschelrock. Ob er einen Plan B hat, bleibt abzuwarten.
Fazit: Ausgeglichen

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