MüNCHEN - Der ehemalige Fußball-Nationaltorhüter Oliver Kahn sieht in Deutschland derzeit keinen Torhüter mit Weltklasse-Format. „Wir haben in der Breite sehr gute Torhüter, aber wer von denen letztendlich den Sprung in die Weltklasse schafft und zu einem absoluten Topverein wechselt, das wird sich zeigen“, sagte der 40-Jährige.

„Um diese Klasse zu erreichen, musst du eigentlich immer in der Champions League spielen und bei einem Spitzenverein wie Bayern München“, so Kahn weiter: „Und auch dann musst du über einen mittelfristigen Zeitraum erst einmal konstant gute Leistungen abrufen. Genau das sehe ich momentan in Deutschland nicht.“

Für Vize-Weltmeister Kahn gibt es derzeit „genau vier Torhüter, die absolut Weltklasse sind und die auf höchstem Niveau konstant spielen. Das sind Edwin van der Sar, der zurzeit verletzt ist, und Gianluigi Buffon. Dazu kommen noch Petr Cech und Iker Casillas.“ Über seinen ehemaligen Rivalen Jens Lehmann sagt Kahn: „Ein bisschen mehr Gelassenheit täte Jens vielleicht ganz gut. Zum Ende der Karriere steht einem ganz gut, wenn man das Ganze mal mit einem Lächeln nimmt.“

Der frühere Torwart von Bayern München, der 2008 seine Karriere beendete, setzt sich momentan auch für seinen Vater Rolf Kahn ein. Der 65-Jährige bewirbt sich um das Amt des Präsidenten beim Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC. Er tritt gegen Brettens Oberbürgermeister Paul Metzger und Karlsruhes Ex-Bürgermeister Siegfried König an. Die Entscheidung über das Amt fällt an diesem Mittwoch bei der Hauptversammlung des Bundesliga-Absteigers. „Ich will mit Power antreten, ausgleichend aber auch bestimmend einwirken“, sagte Rolf Kahn über seine Ziele beim KSC.