MüNCHEN - Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat am Wochenende Stellung bezogen. So muss sich der ehemalige Fußball-Nationalspieler Mehmet Scholl spätestens 2014 zwischen seinen Jobs als Fernsehexperte der ARD und als Trainer der Reserve des FC Bayern entscheiden. „In den nächsten zwei Jahren ist kein wichtiges Länderspiel, deshalb gibt es kein Problem. Wenn er Trainer bei uns bleibt, wird er den Vertrag bei der ARD nicht verlängern“, betonte Hoeneß.

Derzeit trainiert Scholl bei den Münchnern das Regionalliga-Team. Zudem ist der 41-Jährige regelmäßig als TV-Experte im Einsatz. Der Kontrakt mit der ARD läuft noch bis zur WM 2014.

In sportlichen Belangen mahnte Hoeneß indes zu verbaler Zurückhaltung. „Wir haben in den letzten Jahren viel zu viel über uns gesprochen“, sagte der 60-Jährige. Vor allem das offensive Vereinsmotto „Mia san mia“ ist ihm ein Dorn im Auge. Der Satz sei „viel zu oft überall aufgedruckt worden“, sagte Hoeneß: „Erst sollte man Erfolg haben, dann darüber sprechen“. Ziel sei es aber natürlich, die Vorherrschaft von Double-Sieger Borussia Dortmund zurückzuerobern.

Derweil wurde Hoeneß für seine Aussagen zum Urteil im Fall Breno reichlich kritisiert. „Gott sei Dank macht die deutsche Justiz keinen Unterschied darin, welchen Beruf einer hat. Breno hat die Tat selbst verschuldet und zu verantworten“, sagte Martin Bader, Manager des früheren Breno-Clubs 1. FC Nürnberg.

Der frühere Bayern-Verteidiger Breno war wegen schwerer Brandstiftung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Hoeneß hatte die Justiz dafür kritisiert – und gesagt, ob bei Urteilen nicht differenziert werden müsse zwischen „einem Maurer, der seinen Beruf weiter ausüben kann, wenn er wieder rauskommt, und einem jungen Fußballer, der absolut nichts anderes kann als Fußball spielen“.

„Er hätte gut daran getan, auf den Vergleich zu verzichten“, befand auch Eintracht Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen.