MüNCHEN - Neben dem Gegner Olympique Lyon gab es am Dienstag beim Fußball-Bundesligisten Bayern München nur ein Thema: die Affäre um den französischen Mittelfeldstar Franck Ribéry.

Die Anschuldigungen gegen den 27-jährigen Weltklassespieler wiegen schwer: Sex, außerehelich, mit einer Prostituierten, die auch noch minderjährig gewesen sein soll – der FC Bayern kämpft verzweifelt darum, das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Lyon an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/Sat  1) im Fokus zu behalten. Nichts soll das Vorhaben stören, erstmals seit dem Triumph von 2001 wieder ins Finale der Königsklasse vorzustoßen. Darauf haben sich die Vereinschefs auch bei einem Gespräch mit Ribéry am Montag verständigt. Anschließend nahmen die Bayern den Franzosen aus der Schusslinie und sagten dessen für Dienstag geplanten Auftritt vor der Presse ab.

Ribéry, der gegen Lyon spielen soll, drohen im schlimmsten Fall bis zu drei Jahre Gefängnis. Ob es gegen ihn aber überhaupt ein Ermittlungsverfahren geben wird, ist derzeit noch offen.

Frankreichs Verband FFF stellte sich mit einer Erklärung hinter Ribéry und den ebenfalls verhörten Sidney Govou (Lyon). „Der französische Verband möchte klarstellen, dass das Prinzip der Unschuldsvermutung gilt und dass er vollstes Vertrauen in die Justiz hat. Die FFF hat keinen Zugang zu den Akten und wird daher keine weiteren Stellungnahmen abgeben.“