MüNCHEN - So egal war den Bayern-Stars ein 0:0 wohl noch nie gewesen. Alle dachten schon an Real Madrid, statt sich wegen des Unentschiedens gegen Mainz 05 und den Pfiffen der Fans zu grämen. „Für die Champions League gibt es keine Motivationsprobleme. Die Meisterschaft ist leider weg. Aber Champions League und DFB-Pokal – da werden wir alle Reserven raushauen und kämpfen“, versicherte Offensivspieler Thomas Müller am Ende einer enttäuschenden Woche.

In den Bundesligaspielen bei Borussia Dortmund (0:1) am Mittwoch und gegen Mainz am Sonnabend gelang den Münchnern kein Tor, zudem ist die Meisterschaft bei nun acht Punkten Rückstand auf die Dortmunder (bei noch drei ausstehenden Spielen) wohl entschieden. Die Partie gegen die Mainzer war bereits vor dem Anpfiff irgendwie durch. Auf dem Weg in die Kabine erlebten Müller, Franck Ribéry & Co. den 2:1-Sieg der Dortmunder in Gelsenkirchen auf den großen Bildschirmen in den Arena-Gängen.

Später kapitulierte das Team auf dem Rasen. „Dass das danach kein Feuerwerk gegen Mainz wird, ist klar“, bat Mario Gomez um Verständnis. „Ich glaube, Dienstag wird der Kessel hier brennen, und die Fans werden uns nach vorne peitschen“, sagte der Torjäger vor dem Halbfinal-Hinspiel in der Champions League an diesem Dienstag (20.45 Uhr/Sat 1) gegen Real Madrid.

FCB-Coach Jupp Heynckes ließ gegen Mainz die Stammkräfte Gomez, Franck Ribéry und Toni Kroos zunächst auf der Bank, Philipp Lahm wurde sogar komplett geschont.

Christian Nerlinger sprach als erster und bislang einziger Münchner dem BVB Glückwünsche aus. „Wenn man die Punkteausbeute sieht, haben sie es verdient. Gratulation, Borussia Dortmund!“, sagte Bayerns Sportdirektor. Uli Hoeneß hielt sich noch zurück. „Aber wenn es rechnerisch feststeht, werde ich der Erste sein“, so der Präsident.