MüNCHEN - Den programmierten Einzug in das Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid sieht Bayern München nicht als lockeren Abendspaziergang an. „Wir wollen nichts mehr anbrennen lassen und werden genauso auf Sieg spielen, als wenn wir 1:1 gespielt hätten. Da werden wir keinen Unterschied machen“, kam Jupp Heynckes einen Tag vor dem Viertelfinal-Rückspiel gegen Olympique Marseille an diesem Dienstag (20.45 Uhr/Sat 1) seiner Warnpflicht als Trainer nach. Auf die gelbvorbelasteten Spieler Jerome Boateng, Toni Kroos, Luiz Gustavo und Thomas Müller mag der 66-Jährige dabei keine Rücksicht nehmen, aber im Marathonprogramm auf die Belastung seiner Fußballprofis. Erst am Spieltag will er über Schonungsmaßnahmen für Dauerbrenner entscheiden.
Egal, wer spielt: Nach dem verdienten 2:0 im Hinspiel vor einer Woche müsste schon viel passieren, damit die Münchner auf dem Weg ins erträumte Heim-Finale am 19. Mai doch noch im Viertelfinale scheitern und nicht am 17. April (zu Hause) und am 25. April (auswärts) gegen Real Madrid in der Runde der letzten Vier spielen. Aber in einem Champions-League-Viertelfinale „kann man nicht erwarten, dass der Gegner zurücksteckt und uns vorbei gehen lässt“, warnte Mario Gomez: „Es wird sicher kein Spaziergang“.
Gomez will als elffacher Saisontorschütze in der Königsklasse im Fernduell mit Lionel Messi (12 Königsklassen-Tore) vom FC Barcelona seine traumhafte Torquote von 37 Treffern in 41 Pflichtspielen hochschrauben. „Für mich ist aber entscheidend, dass wir mit der Mannschaft erfolgreich sind, den Weg weitergehen und am Ende mit Erfolgen dastehen: Nach Möglichkeit Meister werden, Pokalsieger und unseren großen Traum in der Champions League erfüllen“, sagte der Nationalstürmer. Auf eine Stufe mit dem argentinischen Superstar will er sich sowieso nicht stellen.
Die Franzosen kamen am Montag erst mit sechsstündiger Verspätung in München an, weil die französischen Fluglotsen streikten.
Optimistisch ist Heynckes, dass es bald zu einer Vertragsverlängerung mit Stürmer Arjen Robben kommen wird. Verlängert hat sich laut „kicker“ der Kontrakt mit Anatoli Timoschtschuk aufgrund einer Einsatzklausel um ein Jahr bis 2013. Als wahrscheinlich gilt weiterhin der Zugang von Dante von Borussia Mönchengladbach. Nach Medieninformationen ist der Transfer längst mehr als ein bloßes Gedankenspiel.
