MüNCHEN - Der Fünfkampf an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga geht in die nächste Runde: Für Jürgen Klinsmann geht es dabei nicht nur um die Meisterschaft. Der Bayern-Trainer kämpft im Spiel gegen Schalke 04 auch um seinen Job. Wir müssen den Druck auf Wolfsburg noch größer machen, forderte der Coach, diesen Sonnabend vorzulegen und zumindest über Nacht die Tabellenspitze zu übernehmen. Die Wölfe treten erst Sonntag bei Energie Cottbus an.
Diesen Appell scheint seine Mannschaft verinnerlicht zu haben. Wir müssen gewinnen. Sonst haben wir keine Chance, Wolfsburg von Platz eins zu verdrängen, erklärte Torjäger Luca Toni. Auf die eigenen Verfolger Hamburg, Hertha und Stuttgart schielen die Bayern in der Tabelle angeblich nicht. Wir gucken nur nach oben, tönte Kapitän Mark van Bommel.
Selbstbewusste Schalker
Die Schalker, die nach dem letzten Saisonspiel am 23. Mai den neuen Trainer und Manager vorstellen wollen, zeigten sich von dem Säbelrasseln unbeeindruckt. Aus den vergangenen drei Siegen haben wir genügend Selbstvertrauen gezogen, sagte Trainer Mike Büskens.
Die Wolfsburger gehen derweil auf Rekordjagd. Gewinnen sie bei den abstiegsbedrohten Cottbusern, wäre es der elfte Saison-Sieg in Folge. Am vergangenen Wochenende hatte der VfL mit dem 2:1 über Bayer Leverkusen die Bestmarke von Borussia Mönchengladbach aus dem Jahr 1987 egalisiert.
Für mindestens einen Tag mit den Wolfsburgern gleichziehen könnte der Hamburger SV durch einen Sieg diesen Sonnabend bei Borussia Dortmund. Doch beim Tabellendritten beschäftigt man sich nach dem Aus im DFB-Pokal gegen Werder Bremen derzeit nur am Rande mit dem Titel. Wir wollen am Sonnabend einen wichtigen Schritt in Richtung Champions League machen, sagte Club-Chef Bernd Hoffmann.
HSV-Trainer zuversichtlich
Von Schreckensszenarien, der HSV könne nun alles verspielen, will Trainer Martin Jol nichts wissen. Wir haben eine Schlacht verloren, aber noch nicht den Krieg. Über einen Knacks mache ich mir keine Sorgen.
Seine Aufholjagd fortsetzen will der VfB Stuttgart am Sonnabend im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. Teamchef Markus Babbel warnt trotz der Serie von vier Siegen vor Nachlässigkeiten: Wir dürfen nicht denken, es wird schon so weiterlaufen.
