MüNCHEN - Es ist der Tiefpunkt einer bislang unerfüllten Karriere. Knapp neun Monate nach dem Feuer in seiner Mietvilla muss sich Bayern Münchens Fußball-Profi Breno von diesem Mittwoch an wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung in München vor Gericht verantworten. Laut Anklage soll der 22-jährige Brasilianer das Haus im Münchner Nobel-Vorort Grünwald vorsätzlich angezündet haben – womöglich aus Frust über seine sportliche Misere.
Rückblick: Am 20. September 2011 kurz nach Mitternacht geht Brenos Villa in Flammen auf. Rund eine Million Euro Sachschaden entsteht, der Brand liefert Schlagzeilen – und drei Tage nach dem Feuer gerät der Abwehrspieler unter Verdacht.
Die Staatsanwaltschaft München I leitet Ermittlungen gegen ihn ein. Einen Tag später muss dieser sogar in Untersuchungshaft. Knapp zwei Wochen steckt Breno hinter Gittern, erst dann kommt er wieder frei – gegen Zahlung einer Kaution und unter strengen Auflagen.
Vor viereinhalb Jahren kam der damals 18-jährige Breno Vinicius Borges vom FC São Paulo nach München. Ablöse: Zwölf Millionen Euro. „Ich bin überzeugt davon, dass er ein großer Spieler wird“, sagte der damalige Münchner Coach Ottmar Hitzfeld.
Doch Breno kam nie in Fußball-Deutschland an. Er wurde zum Leihspieler, doch gerade als er sich beim FC Nürnberg aufzurappeln schien, bremste ihn im März 2010 ein Kreuzbandriss aus.
Am Tag vor dem nächtlichen Brand soll Breno erfahren haben, dass ihm möglicherweise ein erneuter Eingriff am lädierten Knie droht. Tief enttäuscht soll er gewesen sein, seinen Frust auch mit Alkohol betäubt haben. Schließlich ging das Haus in Flammen auf. Noch während der Löscharbeiten soll Breno Sanitätern drei Feuerzeuge überreicht haben – mit dem Hinweis, diese doch bitte zu entsorgen.
Bei einer Verurteilung droht dem Brasilianer eine Haftstrafe – und möglicherweise das frühe Ende einer nie richtig begonnenen Karriere.
