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Fußball Deutsche Trainer weltweit begehrt

Marco Mader

MüNCHEN - Sie trainieren in der Wüste oder im Dschungel, sie coachen in der Karibik oder vor traumhafter Bergkulisse – doch in Europas Top-Ligen sucht man sie vergebens. Deutsche Fußball-Lehrer sind im Ausland gefragt wie selten, doch wenn der FC Chelsea in Englands Erster Liga seinen wichtigsten Posten neu besetzt oder Argentinien einen Nationaltrainer sucht, kommen sie nicht in Betracht. Warum nur?

Renommierclubs fehlen

Von den rund 40 deutschen Trainern im Ausland arbeitet keiner mit Profis der höchsten Güteklasse wie Lionel Messi zusammen. Stattdessen betätigen sie sich als Entwicklungshelfer (Michael Weiß), leisten Aufbauarbeit (Jürgen Klinsmann) oder lassen ihre Karriere auf mehr oder weniger hohem Niveau wie Uli Stielike ausklingen.

Seit Real Madrid 2008 Bernd Schuster entlassen hat, saß kein deutscher Coach mehr bei einem ausländischen Renommierclub auf der Bank. Horst Zingraf, Präsident des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer, sieht den „wichtigsten Grund“ für den Trend „in der Attraktivität der Bundesliga. Für die guten Trainer ist es attraktiv, in der Bundesliga zu bleiben. Hier bekommen sie pünktlich ihr Geld, hier gibt es kaum Skandale gibt und sind die Bedingungen ideal.“

Nationalteam als Vorbild

Manchmal scheitert der Wechsel ins Ausland aber auch an „Kleinigkeiten“ wie Familie, Alter oder Machtfülle. Ralf Rangnick blieb vor Jahren trotz guten Angebots zu Hause, weil er seinen schulpflichtigen Kindern ein Nomadenleben ersparen wollte. Der immer wieder umworbene Felix Magath bekennt, er habe die Idee, Deutschland zu verlassen, altersbedingt „verworfen. Dafür bleibt mir keine Zeit mehr.“ Klinsmann soll sich einst gegen den FC Liverpool entschieden haben, weil ihm die Bosse dort nicht völlig freie Hand lassen wollten.

Dass deutsche Trainer international gefragt sind, hat handfeste Gründe. „Ihr Ruf in der Welt hängt stark vom Auftreten der Nationalelf ab“, sagt Zingraf. Früher sei der DFB-Auswahl der Ruf vorausgeeilt, mit kämpferischem Einsatz Erfolge zu erzwingen. Jetzt überzeuge Joachim Löws Elf „mit spielerischer Brillanz und taktischem Kalkül“. Löws Erfolg habe auch das Ansehen der deutschen Trainergilde gestärkt. Hinzu komme weltweit „große Bewunderung“ für die Fußballlehrer-Ausbildung in Deutschland.

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