MüNCHEN - Drei Tage nach dem „Drama dahoam“ war Bayern München zwar im Kopf noch „total leer“, aber zumindest verletzte sich im überflüssigsten Spiel des Jahres nicht noch einer der Fußball-Nationalspieler. Allerdings hatte die tragische Figur Bastian Schweinsteiger bei der „Arjen-Robben-Wiedergutmachung“ schon zuvor wegen einer Wadenprellung passen müssen. In einer dennoch recht unterhaltsamen Begegnung gewann der deutsche Rekordmeister gegen die Nationalmannschaft der Niederlande mit 3:2 (2:2).

Hauptdarsteller Robben musste nach seiner Einwechslung bei den Niederländern in der 76. Minute nach seinem verschossenen Elfmeter in der Verlängerung des Champions-League-Endspiels gegen den FC Chelsea (3:4 i.E.) lautstarke Pfiffe hinnehmen, einige Bayern-Fans feuerten ihn aber auch mit aufmunternden Sprechchören an.

Die gebeutelten Bayern interessierte gleichwohl nichts weniger als diese lästige Pflichtaufgabe, die schon vor Monaten vereinbart worden war. „Wir sind alle im Kopf total leer. Es wird noch einige Zeit dauern. Es war zu brutal“, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge, der trotz der großen Enttäuschung über die zweite titellose Saison in Folge keinen totalen Umbruch ankündigte. Auch Präsident Uli Hoeneß wollte „heute nichts Grundsätzliches diskutieren“.

Nur 14 Minuten spielte indes der, um den es an diesem Abend eigentlich ging – Arjen Robben. Weil der Flügelstürmer nach der WM 2010 ein halbes Jahr wegen eines Muskelrisses gefehlt hatte, begann der Streit des FC Bayern mit dem niederländischen Verband KNVB. Das „Arjen-Robben-Versöhnungsspiel“ war ein Kompromiss, der den Zwist beendete.

Schweinsteigers Teilnahme an der EM (8. Juni bis 1. Juli) ist trotz der Prellung nicht in Gefahr. Der Nationalspieler, der gegen Chelsea den letzten Münchner Elfmeter verschoss, soll wie geplant mit den anderen Münchnern am späten Sonnabendabend zum DFB-Team ins Trainingslager in Südfrankreich reisen.

Wenigstens wurden die 33 000 Zuschauer, übrigens Minuskulisse bei einem Bayern-Heimspiel in der Arena, mit sehenswerten Toren unterhalten. Toni Kroos (17. Minute) traf mit einem 30-Meter-Schuss, den Schalkes Torjäger Klaas-Jan Huntelaar (18.) aber umgehend konterte. Luciano Narsingh (20.) glückte per Lupfer das 2:1 für die Elftal, die aus dem Trainingslager in Lausanne (Schweiz) angereist war. Nils Petersen (28.) antwortete mit einem wuchtigen Kopfball. Der eingewechselte Mario Gomez traf in der 87. Minute zum Münchner Sieg.