MüNCHEN - Dem Rekordmeister droht der Uefa-Cup. Hoeneß und Rummenigge sind abgetaucht.
von Thomas Niklaus
MÜNCHEN - Beim Anklicken der Internetseite von Bayern München sind nach wie vor feiernde Spieler zu sehen – und ein strahlender Ottmar Hitzfeld mit der Meisterschale in der Hand. Dabei ist nicht nur dem Bayern-Coach das Lachen längst vergangen. Der Fußball-Rekordmeister steht nach einer verkorksten Saison vor einem Scherbenhaufen und dem radikalsten Umbruch seit Jahren.Knapp die Hälfte des Kaders muss um ihren Job zittern. Und selbst die bisher unantastbaren Manager Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sowie der im Februar als Retter verpflichtete Hitzfeld müssen sich nach einer äußerst dürftigen Zwischenbilanz in der Öffentlichkeit kritische Fragen gefallen lassen. Erstmals seit elf Jahren muss der FC Bayern in der kommenden Saison wohl mit dem Uefa-Cup vorliebnehmen.
„Sechs, sieben neue Spieler werden kommen, vielleicht acht, das ist eine halbe Mannschaft. Es gibt also einen gewaltigen Umbruch“, erklärte Hitzfeld.
Nach elf Bundesliga-Spielen unter seiner Regie ist die Bilanz des „Generals“ ernüchternd. Eine Handschrift ist nicht zu erkennen, die Mannschaft zerfiel in den letzten Wochen in ihre Einzelteile. Betrug der Rückstand auf den VfB Anfang Februar nur einen Punkt, so sind es inzwischen fünf. Hitzfelds Punkteschnitt (1,73) ist schlechter als der von Magath (1,79).
Doch Hitzfeld wird nicht in Frage gestellt. „Ich traue dem Ottmar zu, diese Er-neuerung hinzubekommen“, meinte Beckenbauer. Eine andere Möglichkeit haben die Bayern auch gar nicht: Mitte März hatte der Club den Vertrag mit dem 58-Jährigen frühzeitig um ein Jahr verlängert.
