MüNCHEN - Zwei Jahre nach seinem WM-Sommermärchen startet Jürgen Klinsmann mit Bayern München zum Gipfelsturm auf den europäischen Fußball-Thron. „Wir arbeiten seit Januar mit viel Elan daran. Ich freue mich wahnsinnig auf diese Aufgabe“, meinte der 43-Jährige vor dem Trainingsstart an diesem Montag. Dass die Erwartungshaltung beim Meister riesig ist, weiß Klinsmann: „Das ist naturbedingt.“
Gespannt ist auch Karl-Heinz Rummenigge. „Auch ich weiß nicht, was er noch alles ändern wird. Aber das ist eine neue Kultur für die Bundesliga“, beschrieb der FCB-Vorstandschef schon vor dem Trainingsauftakt auf der komplett neu gestalteten Vereinsanlage an der Säbener Straße die neue Zeitrechnung. „Wir brauchen
einen Mann, der Veränderungen herbeiführt, der sich das traut. Jürgen ist der richtige.“
Dass Klinsmann die Kraft zur Erneuerung besitzt, bewies er in seinen knapp zwei Jahren als Bundestrainer. „Im Prinzip muss man den ganzen Laden auseinander nehmen“, hatte Klinsmann angekündigt – und Wort gehalten.
Frühzeitig hatte der FC Bayern, bei dem der 108-malige Nationalstürmer von 1995 bis 1997 alles andere als eine glückliche Zeit erlebte, mit der Verpflichtung Klinsmanns zunächst bis 2010 die logische Fortsetzung der nach Jahren der Zurückhaltung aggressiven Vereinspolitik verkündet. „Wer es geschafft hat, den Problemfall Nationalmannschaft, die 2004 am Boden lag, so weit zu führen, der wird das auch mit dem FC Bayern schaffen“, sagte Manager Uli Hoeneß, der genau weiß, dass Klinsmann eine nie dagewesene Machtfülle erhält.
Zur Seite steht ihm ein üppiges Helfer-Team. Der Mexikaner Martin Vasquez ist Assistenztrainer, Ex-Profi Christian Nerlinger soll Hoeneß als Teammanager entlasten, in Ex-Bundesliga-Torhüter Philipp Laux steht ein Sportpsychologe bereit.
Alles wird anders. Auf die Bayern-Profis wartet ein Acht-Stunden-Tag mit Training, Mittagessen und Wohlfühl-Zonen. Die Zukunft beginnt an diesem Montag.
