MüNCHEN - Vor 25 Jahren standen sich Bayern-Trainer Louis van Gaal und Schalke-Coach Felix Magath als Profis in einem K.o.-Spiel gegenüber. Damals, im September 1985, ging es nicht wie am Sonnabend beim Bundesliga-Gipfel in Gelsenkirchen um die deutsche Meisterschaft, sondern um das Weiterkommen im Uefa-Pokal.
„Das war eine unglaubliche Geschichte für uns, dass wir mit Sparta Rotterdam so eine große Mannschaft wie Hamburg mit Spielern wie Magath aber auch Manfred Kaltz geschlagen haben“, erinnerte sich van Gaal. Seinerzeit traf er als Kapitän im Elfmeterschießen „oben in die Kreuzung“, wie er sich noch gut erinnert. „Aber ich denke nicht, dass diese alten Männer diesmal spielen.“
Franck Ribéry & Co. gegen die defensivstarken Schalker mit Tor-Garant Kevin Kuranyi lauten stattdessen die Gegner im Spitzenspiel, vor dem sich Magath anders als sein Kollege „an den Spieler van Gaal gar nicht mehr erinnern“ konnte. „Aber als Trainer ist er ein Top-Mann, der seine Linie konsequent verfolgt. Solche Leute haben immer Erfolg“, sagte der Ex-Münchner Coach – mit einer Einschränkung: „Ich bin sogar überzeugt, dass wir dieses Spiel gewinnen können“, sagt Magath.
Ein Sieg der Schalker würde ihnen in der Tabelle einen Fünf-Punkte-Vorsprung auf den Fußball-Rekordmeister bescheren – und fast schon die Vorentscheidung im Titelkampf bedeuten.
Zwar seien auch dann die Titelchancen nicht dahin, rechnete van Gaal bei möglichen 15 Punkten in den fünf ausbleibenden Spielen vor. Aber dennoch ist die Partie wieder eine von den Begegnungen, die er gerne in die holländische Kategorie „Tod oder Gladiolen“ einstuft. „Wir haben bis jetzt noch jedes Spiel mit dieser Regel gewonnen“, tönt van Gaal. Oder zumindest erfolgreich bestanden: Ob beim 1:0 im DFB-Pokal gegen Schalke oder in der Champions League gegen Turin, Florenz oder Manchester – die Münchner erreichten immer gute Ergebnisse. „Das ist auch ein Kennzeichen einer Spitzenmannschaft.“
Van Gaal mag diese Alles-oder-Nichts-Spiele. Und fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem 5:1 seiner Wolfsburger über die damals gedemütigten Münchner war auch Magath vor dem Liga-Knaller voll in seinem Element.
Einen süffisanten Kommentar darüber, dass sich der Bayern-Vorstand mit seiner Beschwerde über die grün-braune Schalker Wiese an Öffentlichkeit und Deutsche Fußball Liga gewandt hatte, konnte sich der 55-Jährige nicht verkneifen. „Ich weiß nur, dass die Bayern hier gewonnen und daheim gegen Stuttgart verloren haben. Welche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen sind, überlasse ich dem Vorstand des FC Bayern“, stichelte Magath.
