MüNCHEN - Nach dem Rauswurf von Jürgen Klinsmann kursieren in München bereits die Namen möglicher Nachfolger für die neue Saison. Arsene Wenger, Matthias Sammer, Bernd Schuster, Frank Rijkaard – die Verantwortlichen des Fußball-Rekordmeisters FC Bayern erstickten die Diskussion um einen neuen Trainer aber noch im Keim. „Wir haben ganz bewusst bis Montag keinen Trainer kontaktiert“, erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. An diesem Dienstag startet somit die Nachfolger-Suche.

Zuvor war Klinsmann nach nur zehn Monaten als Trainer der Münchner entlassen worden – das „Sommerzeugnis“ des Bayern-Vorstandes für den Coach fiel verheerend aus. „Das war zu wenig“, sagte Manager Uli Hoeneß. Zudem habe man „alle wichtigen Spiele“ verloren; in der Champions League 0:4 in Barcelona, in der Bundesliga 1:5 in Wolfsburg und im DFB-Pokal 2:4 in Leverkusen. „Irgendwann kommt der Punkt, wo du zweifelst“, berichtete der Manager, der Klinsmann lange stützte.

Klinsmann äußerte sich „sehr enttäuscht“ über seinen Rauswurf. Trotzdem bedankte er sich „für eine ereignisreiche Zeit“. Der 44-Jährige, der nach der Trennung in Rummenigges Büro in seinem Dienstwagen das Vereinsgelände verlassen hatte, sieht sich nicht gescheitert. „Wir haben den Grundstein gelegt für die Zukunft“, behauptete er. Auch seine Assistenten Martin Vasquez und Nick Theslof mussten gehen.

Der aus der Frührente zurückgeholte Jupp Heynckes (63) wird mit dem als Co-Trainer zur Seite gestellten Amateur-Coach Hermann Gerland (54) nur bis Saisonende einspringen. Heynckes, der an diesem Dienstag vorgestellt wird, soll die Bayern „wenigstens“ in die Champions League führen, sagte Rummenigge. Der Club bangt auch um die Einnahmen in der Königsklasse, zumal die Abfindung nach der Trennung von Klinsmann (Vertrag bis 2010) und die Verpflichtung eines Nachfolgers teuer werden dürften. Trainer der zweiten Mannschaft wird derweil bis zum Saisonende Ex-Profi Mehmet Scholl.

Bilder zum Klinsmann-Rauswurf:

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