MüNCHEN - Während WM-Held Thomas Müller bei der 0:2-Niederlage von Fußball-Rekordmeister Bayern München bei Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern am Freitag zum Sündenbock wurde, schockte das Team von Trainer Louis van Gaal zwei Tage später das drohende Vorrunden-Aus von Vizeweltmeister Arjen Robben. „Es ist mehr als fraglich, ob Arjen in der Hinrunde noch eingesetzt werden kann. Der Heilungsverlauf ist unbefriedigend“, sagte Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger.

Robben reiste am Wochenende aus seinem Sonderurlaub in den Niederlanden zu einer Untersuchung nach München an. Dabei stellte sich heraus, dass weiterhin Flüssigkeit im Muskel vorhanden ist. Ursprünglich war man in München von einer rund zweimonatigen Pause von Robben ausgegangen, nachdem der Angreifer bei der WM offenbar trotz eines Faserrisses gespielt hatte. Nun müssen die Bayern voraussichtlich bis Mitte Januar auf den 26-Jährigen verzichten.

Doch nicht nur der niederländische Superstar bereitet den Bayern derzeit Sorgen. Nach der Niederlage in Kaiserslautern musste sich WM-Torschützenkönig Müller erstmals öffentlich von Trainer van Gaal kritisieren lassen. „Das muss ein Tor sein. Da kann man nicht einfach sagen, dass man eine Chance verpasst hat. Es sind zwei Spieler daneben, das muss er sehen“, sagte van Gaal.

Müller war beim Stand von 0:0 und deutlicher Überlegenheit der Bayern nach einem Doppelpass mit Bastian Schweinsteiger in der 24. Minute frei vor FCK-Keeper Tobias Sippel aufgetaucht. Doch anstatt den Ball zu den besser postierten Mitspielern Miroslav Klose oder Ivica Olic zu passen, schoss der 20-Jährige selbst und zielte knapp am rechten Pfosten vorbei.

Dass die erste Niederlage in Kaiserslautern seit elf Jahren nur ein Versehen war, glaubt der Niederländer van Gaal nicht. Die Nachwehen der WM und die verkürzte Vorbereitung bekommt kaum ein Club so zu spüren wie der FC Bayern. Die teilweise sehr schwerfällige Spielweise der Münchner weckte Erinnerungen an die Spielzeit nach der WM 1974, als die deutschen Weltmeister beim FC Bayern kein Bein mehr auf den Boden bekamen und am Saisonende nur Zehnter wurden.