MüNCHEN - MÜNCHEN/SID/DPA - Herausforderer Jens Lehmann von Arsenal London hat den Kampf um die Nummer eins im deutschen Tor bei der WM gegen Oliver Kahn gewonnen. Fußball-Bundestrainer Jürgen Klinsmann teilte dem Kapitän von Bayern München die Entscheidung in der vieldiskutierten Torwartfrage am Freitag und damit 63 Tage vor Beginn der WM-Endrunde (9. Juni bis 9. Juli) in einem Vier-Augen-Gespräch mit.
„Natürlich ist Oliver enttäuscht, aber er hat sich als wahrer Sportsmann präsentiert. Nach dem Spiel gegen die USA haben wir die Entwicklung in den vergangenen 22 Monaten intensiv analysiert“, sagte Klinsmann auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in München. „Wir waren im August 2005 noch der Meinung, dass Olli die Nase vorne hat. Danach hat Jens immer mehr Boden gut gemacht. Und zum jetzigen Zeitpunkt haben wir den Jens einfach einen Tick vorne gesehen.“
Lehmann, der die Entscheidung erfreut aufnahm, dachte auch an seinen Konkurrenten: „Da ich selbst bei vier WM- und EM-Turnieren auf der Bank gesessen habe, weiß ich, wie es in dem aussieht, der nicht spielt.“
Der wie Lehmann 36 Jahre alte Oliver Kahn, seit 1998 die unumstrittene Nummer eins und nach der WM 2002 als „King Kahn“ und „Titan“ gefeiert, zeigte sich nach seiner Degradierung geschockt und schließt selbst einen Rücktritt aus der Nationalmannschaft offenbar nicht aus. „Ich werde mich nun in den kommenden Wochen voll auf meine Aufgaben beim FC Bayern, in der Bundesliga und im DFB-Pokal konzentrieren. Über meine weitere Zukunft in der deutschen Nationalmannschaft werde ich mir in den kommenden Wochen Gedanken machen und mich zu gegebener Zeit dazu äußern“, ließ Kahn durch den Verein mitteilen.
Damit endete das knapp zweijährige Torwart-Duell früher als ursprünglich erwartet und zugunsten von Lehmann, der bislang immer im Schatten von Kahn gestanden hatte. Klinsmann hatte immer wieder angekündigt, sich erst im Mai entscheiden zu wollen. „Beide Torhüter haben außergewöhnliche Fähigkeiten. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass Jens Lehmann besser zu unserer Spielphilosophie passt“, sagte Torwarttrainer Andreas Köpke.
