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NWZonline.de Sport Fußball

Viel Geld, aber wenig sportlicher Erfolg

16.05.2019

München Das Urteil von Ralf Rangnick fiel drastisch aus. Wenn man zu 1860 München oder dem KFC Uerdingen schaue, „sind diese Vereine trotz 50+1 in den Händen von Leuten gelandet, die keine Ahnung haben. Die führen die Vereine wie einen Karnickelzüchterverein“, sagte der Trainer von RB Leipzig laut „Bild“-Zeitung. Vereine müssten dagegen geführt werden „wie richtig gute Wirtschaftsunternehmen“.

Davon sind die Löwen und Uerdingen meilenweit entfernt. Die beiden Ex-Bundesligisten, die in der 3. Liga spielen, haben sich in die Hände von Investoren begeben und sorgen seitdem für reichlich negative Schlagzeilen. Nur eins gelang mit Hasan Ismaik beziehungsweise Michail Ponomarew nicht: der gewünschte sportliche Erfolg.

Es sind nicht die einzigen Beispiele im deutschen Profi-Fußball: Beim Hamburger SV versucht Klaus-Michael Kühne (81) seit Jahren, dem Verein mit seinem Geld wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Doch auch rund 100 Millionen Euro, die der Milliardär bislang ausgab, verhinderten nicht, dass der HSV ein weiteres Jahr in der 2. Liga spielt.

Vielmehr sorgt der Anteilseigner (20,57 Prozent) mit seinen ständigen Einmischungen für reichlich Unruhe. Dennoch bleibt den klammen Hanseaten keine andere Möglichkeit, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen.

Verhärtet sind die Fronten auch bei Absteiger Hannover 96, wo Clubchef Martin Kind (75) mit seinem Ausnahmeantrag von der 50+1-Regel bislang keinen Erfolg hat. Kind, bis zum März dieses Jahres mehr als 20 Jahre lang auch Präsident des Vereins, ist inzwischen das erklärte Feindbild bei vielen 96-Fans. In der Vereins-Führung haben sich Gegner des mächtigen Unternehmers postiert.

Auch Ismaik hat bei 1860 nur noch wenig Freunde. Angeblich rund 70 Millionen Euro hat der Jordanier (42) bisher investiert. Bei seinem Einstieg 2011 träumte er von Spielen gegen Barcelona und den FC Bayern. Inzwischen müssen die Löwen froh sein, wenn sie nicht aus der 3. Liga absteigen. Der Mehrheits-Gesellschafter und der Verein pflegen schon länger eine Nicht-Kommunikation – mit der Folge, dass der Etat für kommende Saison drastisch gekürzt werden muss. Er hoffe, „dass alle in diesem Verein mal aufwachen“, moserte Trainer Daniel Bierofka.

In Uerdingen ist Ponomarew, ein russischer Unternehmer, gleich selbst Präsident und Investor. Seit 2015 unterstützt er den KFC – und agiert nach Gutsherrenart. Beim Arbeitsgericht Krefeld sind angeblich einige Verfahren anhängig wegen ausstehender Zahlungen. Unter anderem sollen die Ex-Trainer Norbert Meier und Michael Wiesinger klagen.

Dass es auch anders geht, zeigen etwa Dietmar Hopp (79) bei der TSG Hoffenheim und Dietrich Mateschitz (74) mit Red Bull in Leipzig. Da stecke, lobte unlängst Bayern-Trainer Niko Kovac, ein „Konzept und eine Idee“ dahinter.

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