MüNCHEN - MÜNCHEN - Für Sepp Maier war er der „laufende Meter“, Fußball-Deutschland kannte ihn als „Napoleon“, und Franz Beckenbauer nennt ihn stets respektvoll „Professor“: Am Montag wird Dettmar Cramer 80 Jahre alt.
Er selbst aber wollte gar nicht feiern. „Aber dann rief mich Karl-Heinz Rummenigge an und meinte, Bayern München wolle mich hoch leben lassen“, sagt Cramer. Am Sonntag wird der „Fußball-Feldherr“ im englischen Garten in München nun sein Wiegenfest begehen. „Es ist schön, dass die komplette Mannschaft kommt. mit der ich in den 70ern zwei Europacups und einen Weltpokal gewonnen habe“, sagt Cramer.
Dabei schien seine Ära in München kurz nach dem Beginn am 16. Januar 1975 bereits in einem Fiasko zu enden. Der gebürtige Dortmunder startete mit einer Negativ-Serie, und Manager Robert Schwan sprach vom „schwersten Fehler meines Lebens“. Doch Cramer brachte Beckenbauer und Co. mit teilweise ungewöhnlichen Methoden auf Vordermann. Dem jungen Rummenigge soll Cramer vor dem Endspiel im Cup der Landesmeister 1976 zwei Cognacs zur Beruhigung eingeflößt haben.
Cramer, der sich 2002 zur Ruhe setzte und in Reit im Winkl lebt, hat viele dieser Anekdoten zu erzählen. Immerhin war der Weltenbummler in knapp 90 Ländern als Trainer aktiv.
Auch wenn Trainer-Kollege Max Merkel frotzelte, Cramer habe „doch nur den Schwarzen im Senegal beigebracht, wie man Kakteen umdribbelt“ – der kleine Mann (1,65 m) kam groß raus: Zwei Ehrenprofessuren und das Bundesverdienstkreuz hat er eingeheimst.
