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NWZonline.de Sport Fußball

Quasi-Meister demontiert müden Dino

12.03.2018

München /Hamburg Dem fassungslosen Gotoku Sakai fehlten fast die Worte, um das Grauen zu beschreiben. Als „unmännlich“ bezeichnete der Kapitän des Hamburger SV schließlich, was sich da in München vor und neben ihm abgespielt hatte, „wir haben alle gepennt“, ergänzte er. Sven Schipplock stellte resigniert fest, dass einige seiner Mitspieler „keine Lust“ gehabt hätten. Kyriakos Papadopoulos wählte die drastische Formulierung: „Wir haben uns in die Hose gekackt.“

Willkommen bei einem designierten Absteiger, der sich gerade in Selbstauflösung befindet. Beinahe 53 Jahre haben Bayern München und der Hamburger SV jetzt gemeinsam in der Bundesliga verbracht, das 106. Aufeinandertreffen dürfte allem Anschein nach das vorerst letzte gewesen sein. Das blieb niemandem verborgen an diesem Samstag. „2. Liga, Hamburg ist dabei“, sangen die Anhänger des bald 28-maligen deutschen Meisters – und es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich das vorzustellen.

Das Ende des Hamburger SV in der Bundesliga ist nah. Das ahnen auch jene unbekannten Anhänger, die das sportliche Niveau der Mannschaft auf das Geschmackloseste unterboten. Vor dem Trainingsgelände neben dem Volksparkstadion standen am Samstagabend elf schwarze Grabkreuze, daneben hing ein Plakat mit der Aufschrift: „Eure Zeit ist abgelaufen! Wir kriegen euch alle.“ Die Nachtwachen am Stadion wurden verdreifacht, die Polizei nahm Ermittlungen auf.

Der HSV war erbärmlich schlecht, wie zuletzt ja immer in München. 0:6 (0:3) hieß es diesmal, und hätten die Münchner nicht „so ab der 30. Minute ein bisschen Larifari gespielt“, wie Mats Hummels zugab, es wäre wohl zweistellig geworden. Die Niederlage war zu erwarten gewesen. 50 (!) Gegentore kassierte der HSV bei acht Bayern-Watschn am Stück. Ironisch betrachtet: Ein Gutes würde der Abstieg haben. In der kommenden Saison müsste sich der HSV nicht von den Bayern in München vermöbeln lassen.

Hollerbach versuchte trotz aller Verärgerung tapfer, seine Spieler auch in Schutz zu nehmen. „Es ist schon sehr viel Unruhe hier im Verein, auf die Spieler prasselt viel ein,“ sagte er, die Spieler „sind auch nur Menschen“. Und Papadopoulos schimpfte: „Wir wissen nicht, wie es weitergeht“, sagte der Grieche, „wir wissen gar nix.“ Halt, eines glaubt Papadopoulos zu wissen: „Gegen Hertha haben wir unsere letzte Chance, das ist ein Finale für uns.“ Wenn Körpersprache etwas über den Gemütszustand aussagt, dann war in diesem Moment klar: Dieses Finale geht verloren.

Hollerbach glaubt das nicht. Was ihm Hoffnung macht: „Wir haben jetzt wieder Gegner auf Augenhöhe.“

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