MüNCHEN/OLDENBURG - Nach einem ersten Annäherungsversuch wollen Bundesliga-Vertreter wie Uli Hoeneß oder Felix Magath fairer mit den Schiedsrichtern umgehen. Bei der Premiere des Runden Tisches zu Schiedsrichter-Fragen vereinbarten hochrangige Vertreter der Liga und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Montag, sich künftig zweimal pro Jahr zu treffen. Schon bei der nächsten Zusammenkunft im Herbst soll ein „Maßnahmenpaket“ geschnürt werden, wie DFB-Vizepräsident Rainer Koch ankündigte. Als Sofortmaßnahme wurde eine Zusammenkunft zwischen dem Schiedsrichter und Vertretern der jeweiligen Vereine kurz vor dem Anpfiff der Bundesligaspiele angeregt.
Bei der von den elf Teilnehmern besuchten Zusammenkunft sei „Tacheles“ geredet worden, wie Fifa-Schiedsrichter Herbert Fandel sagte. Den gemeinsamen Nenner der Runde benannte Werder Bremens Manager Klaus Allofs: „Man muss einfach mehr Verständnis füreinander haben.“
Einmütigkeit herrschte darüber, dass Fehlentscheidungen zum Fußball dazugehörten und damit auch unterschiedliche Urteile. „Man kann das Regelwerk nicht wie eine Straßenverkehrsordnung betrachten“, sagte Heribert Bruchhagen, Vorstandschef von Eintracht Frankfurt.
Bei der gemeinsamen Betrachtung von Videoszenen umstrittener Entscheidungen habe sich gezeigt, dass man sich auch nach Studium der TV-Bilder weiterhin uneinig gewesen sei, erzählte Bruchhagen, der glaubt: „Wenn beim Videobeweis drei da oben auf der Tribüne mit ihrem dicken Hintern auf einem Stuhl sitzen und entscheiden, dann wird auf die noch mehr eingeschlagen.“
Frank Willenborg begrüßte die Einrichtung des Runden Tisches. „Es ist besser, wenn man miteinander als übereinander redet“, sagte der Zweitliga-Schiedsrichter vom SV Gehlenberg (Kreis Cloppenburg). Der Einführung von technischen Hilfsmitteln steht er positiv gegenüber. „Der Chip im Ball wäre eine gute Möglichkeit – wenn er technisch absolut verlässlich arbeitet. Die Einführung eines Torrichters sehe ich eher skeptisch, denn aufgrund des immer schneller werdenden Spiels sind auch hier Fehler nicht auszuschließen.“
