MüNCHEN - Aus dem Ruhestand zurück ins Rampenlicht – dem Lockruf seines langjährigen Freundes und Bayern-Managers Uli Hoeneß mochte Jupp Heynckes nicht widerstehen. Obwohl der Weltmeister als Spieler von 1974 nach zehn Stationen mit der Arbeit als Trainer eigentlich abgeschlossen und sich in sein Haus am Stadtrand von Mönchengladbach zurückgezogen hatte, ließ der 63-Jährige sich zu einer Rückkehr überreden. Es passt ins Bild von einem spektakulären Coup, dass Heynckes gegen seinen ehemaligen Club Borussia Mönchengladbach am Sonnabend erstmals wieder auf der Bank Platz nimmt.
Die letzten beiden Trainerstationen hatten dem renommierten Fußball-Lehrer die Freude an seiner Arbeit verleidet. Bei Schalke 04 musste er im September 2004 nach gut 14 Monaten gehen. Nicht minder schmerzhaft verlief die Trennung Anfang 2007 in Mönchengladbach nach nur 215-tägiger Amtszeit.
Angenehmer sind die Erinnerungen an sein erstes Trainer-Engagement beim FC Bayern von 1987 bis 1991. Schließlich gewann er 1989 und 1990 mit den Münchnern die Meisterschaft. Doch als der Erfolg ausblieb, sprachen die Münchner im Oktober 1991 die Kündigung aus. Diesen Schritt bezeichnete Hoeneß im Nachhinein als die „größte Fehlentscheidung“ seiner Managerkarriere.
Wie dicht Freud und Leid im Fußball zusammenliegen, bekam Heynckes vor allem 1998 zu spüren. Nur eine Woche nach dem Triumph im Champions-League-Finale folgte bei Real Madrid der Rauswurf. „Die Entscheidung erfüllt mich mit Traurigkeit. Heynckes hat gute Arbeit geleistet“, kommentierte der damalige Real-Chef Lorenzo Sanz den Schritt.
