NWZonline.de Sport Fußball

So sieht es in Sachen EM-Zuschauer aus: Warum München auf Zeit spielt

16.04.2021

München Die Stadt München ringt um die Heimspiele der deutschen Nationalmannschaft bei der EM – aber nicht um jeden Preis. In der heiklen Zuschauerfrage, die wegen der angespannten Corona-Lage längst eine politische Dimension erreicht hat, verweigert die bayerische Landeshauptstadt der Europäischen Fußball-Union Uefa die Garantie für die Zulassung zumindest einiger tausend Fans. „Versprechen können wir nichts“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Hier gibt es eine Grafik zum Thema  

Das sagen die Städte

Neun der zwölf Städte, in denen vom 11. Juni bis 11. Juli das Turnier mit 24 Mannschaften ausgetragen werden soll, ließen bereits verlauten, dass vor Zuschauern gespielt werden kann. München, Dublin und Bilbao gehören noch nicht dazu. Wenn sich Städte im Sinne der Uefa äußern, wird das vom Verband offensiv verkauft. „Damit sieht die Uefa Rom als Austragungsort für das Turnier als voll bestätigt an“, teilte die Dachorganisation in dieser Woche mit, nachdem die italienische Hauptstadt erklärt hatte, dass das dortige Stadion zu mindestens 25 Prozent ausgelastet werden könne.

Münchens Varianten

Die Uefa-Frist für die Nachbesserung der Konzepte läuft noch bis zum kommenden Montag. Eingereicht sind von München drei Varianten: Geisterspiele ohne Fans, eine zu rund 20 Prozent gefüllte Arena und eine Auslastung von 40 Prozent. Dieses dritte Szenario hält angesichts der Entwicklung in der Corona-Pandemie mit aktuell steigenden Infektionszahlen aber keiner der Verantwortlichen für umsetzbar. „Der Orientierungswert liegt bei 25 Prozent Zuschauern im Stadion“, sagte Rainer Koch, Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes und Mitglied im Uefa-Exe-kutivkomitee. Es werde alles versucht, „damit wir nächste Woche von der Uefa durch die Tür gelassen werden“. Dann will die Uefa nämlich entscheiden, wo gespielt wird – und wo nicht.

Lesen Sie auch:

Kommentar zu Zuschauern bei der Fußball-EM
Leere Stadien sind ehrlicher

Ob das Geisterspielkonzept gestrichen werden wird oder kann, ist fraglich. Bis Donnerstagmorgen wurden in Deutschland von den Gesundheitsämtern 29 426 Neuinfektionen binnen eines Tages an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet, breit diskutiert wird mehr über weitere Einschränkungen als über Öffnungsschritte. Zu diesem Zeitpunkt Garantien für Fußballspiele vor Zuschauern in gut zwei Monaten auszusprechen, scheint politisch schwierig. Im Stadion des FC Bayern sollen die drei Gruppenspiele der Nationalmannschaft gegen Frankreich (15. Juni), Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni) sowie ein Viertelfinale (2. Juli) ausgerichtet werden.

Extremfall Budapest

Die meisten der neun Städte, die bereits erklärt haben, dass sie Zuschauer zulassen, haben keinen festen Wert angegeben. Oft wurden Angaben wie „ab 25 Prozent Auslastung“ gemacht. Ausnahme ist Ungarns Hauptstadt Budapest. Das dortige Stadion könne nach Angaben der Stadt „zu 100 Prozent“ gefüllt werden, also mit 68 000 Menschen.

NWZ Bundesliga-Tippspiel 20/21
Wer wird Tippspiel-König 20/21? Am besten gleich mittippen und jeden Spieltag um einen 50€-Gutschein von Möbel Weirauch spielen!

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.