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NWZonline.de Sport Fußball

Nach Nordderby Party zum Abschied

25.09.2010

WIESBADEN Rolf Töpperwien drang als erster deutscher Reporter in Bundesliga-Kabinen ein, mit Ledermantel und Fön-Frisur führte er überfallartige Interviews, und mit der ganzen Liga außer Uli Hoeneß ist er per Du: „Töppi“ ist eine schrille, die Fußballnation spaltende Figur.

Die einen lieben diese Stimme, seine kindliche Begeisterung und seine wachhaltenden Beiträge zu den unsäglichen Sendezeiten des ZDF-Sportstudios, die anderen finden ihn zu laut und eitel. Die Süddeutsche Zeitung nannte ihn jüngst eine „fleischgewordene Vuvuzela“.

Hin oder her: Wenn er an diesem Sonnabend nach seiner 1444. Bundesligareportage (Werder gegen HSV) nach 37 Jahren aufhört, steht er als Rekordmann in den Büchern.

Weshalb er aufhört? Es passte alles so gut zusammen: An diesem Sonntag steht die 250-Gäste-Sause zu seinem 60. Geburtstag an. Tags zuvor das Nordderby. Hauptgrund aber ist sein Sohn: Da er Louis (4) zu 110 Prozent liebt und die 100-prozentige Leidenschaft für den Fußball nicht mehr dagegen ankam, ist nun Schluss, wie er sagt. Louis hat der Eintracht-Braunschweig-Fan auch die gerade erschienene Autobiografie „Von Braunschweig bis Johannesburg“ gewidmet. Eine Party, bei der etwa Rudi Völler eine Ansprache hält, und ein Buch: Ein leises Adieu wäre bei ihm auch komisch gewesen – bei dem Mann, der mit seinem lauten Lachen und seinen Schulterklopfern jeden Presseraum erobert. Er scheint sogar mit jedem Bundesliga-Ordner befreundet zu sein.

Mit dem Vorwurf der mangelnden Distanz lebt „Töppi“, der keinen Computer hat, aber eine Menge Handynummern, seit jeher. Er habe sich nie als „Journalist“, sondern immer als „Fußballreporter“ gesehen. Er macht den Job nicht für Chefs oder Kollegen, „sondern das Publikum“.

Zwei „Aussetzer“ hatte er im Leben, wie er selbst sagt: Der eine war 1996, als er eine 4000-Mark-Bordellrechnung auf ZDF-Briefpapier reklamierte („Ich bin kein Marathonmann“). 2000 zündete er sich beim Hantieren mit Rum an: Ihm wurden Kokainspuren nachgewiesen, er sagt heute, ihm habe jemand eine Ecstasypille ins Bier getan.

Als Ruheständler will er nun in seinem Haus in Wiesbaden seine 10 000 Schallplatten wieder mal durchhören und Louis beim Kick mit dem FC Bierstadt zugucken.

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