Bremen - Spätestens in zwei Wochen setzt sich Klaus Allofs in seinen VW Phaeton und düst die rund 200 Kilometer in Richtung Wolfsburg. Am 24. November steigt dort die Partie in der Fußball-Bundesliga zwischen den „Wölfen“ und Werder Bremen. Doch es ist trotz aller Dementis längst nicht ausgeschlossen, dass der bisherige Werder-Geschäftsführer dann schon die Seiten gewechselt hat.

Nach Informationen des Sportinformationsdienstes (SID) könnte der Wechsel des 55-Jährigen zum Liga-Konkurrenten VfL Wolfsburg bereits in der kommenden Woche perfekt gemacht werden. Zwischen Allofs und dem VfL kam es bereits zu weitreichenden Verhandlungen – das bestätigten Vertreter beider Clubs, die derzeit namentlich nicht genannt werden wollen.

Es habe „konstruktive Gespräche“ gegeben. Der ehemalige Nationalstürmer sei in Wolfsburg der „Top-Kandidat“, mit anderen Namen werde sich im Moment nicht beschäftigt. Gegenüber Vertrauten soll Allofs gesagt haben, dass er einem Wechsel zum finanzkräftigen Club aus Niedersachsen „nicht abgeneigt“ sei.

Offiziell dementiert der begehrte Manager weiter die Spekulationen. „Es gab weder Gespräche noch ein konkretes Angebot. Ich bin total fokussiert auf Werder“, sagte er am Donnerstag, fügte aber auch hinzu: „Es ist doch keine schlechte Situation, wenn man irgendwo im Gespräch ist.“ Am Freitag meinte er nach dem Werder-Abschlusstraining lediglich: „Ich habe gestern alles gesagt, seitdem hat sich nichts geändert.“

Trotz großer Erfolge in der Vergangenheit sind in Bremen nicht mehr alle Verantwortlichen bereit, Allofs um jeden Preis zu halten. Schließlich lag der einstige Schnäppchenjäger der Liga bei Transfers zuletzt auch mal daneben – so bei Mehmet Ekici, Wesley oder Carlos Alberto.

Zudem könnten die finanziell klammen Hanseaten, die zuletzt einen Verlust von 13,9 Millionen Euro zu verzeichnen hatten, für Allofs eine hohe Ablöse kassieren. Des Weiteren würde Werder beim Gehalt von Allofs sparen, dessen Bezüge nach seiner Vertragsverlängerung bis 2015 zuletzt angehoben wurden. Die Stimmung zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden Willi Lemke und dem ehemaligen Nationalstürmer gilt ohnehin als vergiftet.

In Wolfsburg würde er von den Spielern dagegen offen empfangen werden. „Ich hoffe, dass er kommt, er wäre wichtig für uns. Wenn er kommt, würde ich mich freuen“, sagte der ehemalige Bremer Innenverteidiger Naldo am Freitag. Der 30-jährige Brasilianer war vor der laufenden Saison von der Weser nach Wolfsburg gewechselt.

Ein möglicher Nachfolger für Allofs, der seit 13 Jahren die Geschicke bei Werder leitet, ist nach SID-Informationen Dietmar Beiersdorfer. Und er sei nicht abgeneigt. Zwar habe es noch keinen Kontakt gegeben, „aber ich würde den Hörer nicht auflegen, wenn ein Anruf kommt“, sagte Beiersdorfer am Freitag.

Der ehemalige Manager des Hamburger SV und derzeitige Sportdirektor beim russischen Club Zenit St. Petersburg gilt als Intimus von Trainer Thomas Schaaf. Beide spielten drei Jahre lang gemeinsam für die Grün-Weißen und fahren gerne zusammen in den Skiurlaub.