NANCY/GELSENKIRCHEN - NANCY/GELSENKIRCHEN/DPA/SID - Dem Doppel-Schock mit der Erstrunden-Pleite im Uefa-Cup und der schweren Verletzung Gerald Asamoahs folgte beim Fußball-Bundesligisten Schalke 04 das „Donnerwetter“ der sportlichen Führung. Am Morgen nach der desolaten Leistung beim 1:3 im Rückspiel beim französischen AS Nancy knöpften sich Manager Andreas Müller und Trainer Mirko Slomka die Spieler vor.

„Die Leistung ist nicht zu erklären und entschuldigen. Es gab eine deutliche Aussprache. Das lasse ich nicht mehr zu“, kündigte Müller ein Ende der Schonzeit an und beklagte neben den finanziellen Einbußen den „Imageverlust“. Im Bundesliga-Spiel am Sonntag in Leverkusen (17 Uhr) bekommt die Elf die Chance zur Wiedergutmachung.

„Die Jungs wissen, dass sie Mist gebaut haben. Es geht jetzt darum, zu rufen: Steht auf, wenn ihr Kerle seid“, so Müller. Slomka betonte: „Das Team weiß genau, was Sache ist.“

Selbst die Nachricht von der gut verlaufenen Operation Asamoahs, der sich einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen hatte und erst in der Rückrunde wieder zur Verfügung stehen wird, hellte die Mienen nicht auf. Asamoah wurde bei einem einstündigen Eingriff noch am Abend in Nancy ein Nagel im Unterschenkel eingesetzt. „Ein glatter Bruch. Alles ist gut verlaufen“, sagte Clubarzt Thorsten Rarreck.

Slomka erwartet nach dem „bitteren Tag“ nun eine Reaktion der Mannschaft. Nach den Turbulenzen um die „Maulwurf“-Affäre und der von Kapitän Marcelo Bordon angeheizten Dauerdebatte um das angeblich zerstrittene Team war der sportliche Einbruch für Kritiker absehbar. „Der Trainer hatte uns gut eingestellt. Wir allein sind schuld an der Niederlage“, gestand Bordon selbstkritisch.

Die Folgen der Pleite sind noch nicht absehbar. Sicher fehlen dem klammen Revierclub rund drei Millionen Euro, die als Einnahme aus der Gruppenphase eingeplant waren. Der Verlust kann laut Müller kompensiert werden, wenn „wir in der Bundesliga vorne mitspielen und im DFB-Pokal weit kommen.“