Frankfurt/Main - Vielleicht sollte die Trikotabteilung bei Eintracht Frankfurt in den nächsten Tagen noch einmal tätig werden. Das schwarz-rote Traditionsshirt des Fußball-Bundesligisten für die kommende Saison kann sich zwar fraglos sehen lassen. Doch ein kleines Feld mit grün-weißen Farben scheint immer mehr angebracht. Denn nachdem der Paraguayer Nelson Valdez am Dienstag endgültig einen Vertrag bis 2016 bei den Hessen unterschrieb, wächst die Fraktion von ehemaligen Bremern in der Mainmetropole immer mehr – und ein Ende scheint längst noch nicht in Sicht.

Trainer Thomas Schaaf, bis zum Sommer 2013 ganze 14 Jahre lang Coach des SV Werder, setzt auf seinen ehemaligen Schützling, der inzwischen 30 Jahre alt ist. Schaaf holte ihn einst bei Werder von den Amateuren zu den Profis, gemeinsam wurden sie 2004 deutscher Meister und Pokalsieger. „Er ist ein Trainer, der mich kennt und immer das Beste aus mir herausgeholt hat“, betonte Valdez, der ablösefrei an den Main wechselt und künftig das Trikot mit der Nummer 11 tragen wird, bei seiner Vorstellung: „Er ist einer der wenigen Menschen, denen ich meine ganze Karriere verdanke. Als er mich angerufen hat, war meine Antwort: Ja. Ich habe meinem Berater gesagt, er soll alle anderen Anfragen zurückstellen.“

Nach seinem Weggang aus Bremen (2006) wurde Valdez zum Weltenbummler. Vier Jahren bei Borussia Dortmund folgten immer kürzer werdende Stationen bei Hercules Alicante (Spanien), Rubin Kasan (Russland), dem FC Valencia (Spanien), Al-Jazira (Vereinigte Arabische Emirate) und zuletzt für ein halbes Jahr beim griechischen Meister Olympiakos Piräus.

Am Dienstag machten zudem neue Gerüchte die Runde, dass Schaaf nach Valdez, Defensivspieler Aleksandar Ignjovski, Torwart Felix Wiedwald und seinen drei Assistenten Wolfgang Rolff, Matthias Hönerbach und Michael Kraft noch einen weiteren Ex-Bremer locken will. Laut der „Bild“-Zeitung und dem „Kicker“ ist Hugo Almeida wieder ein heißes Thema. Der Portugiese ist nach Ablauf seines Vertrages mit Besiktas Istanbul ablösefrei und den Berichten zufolge nun doch zu Abstrichen bei seinem bislang horrenden Gehalt bereit.

Der 30-Jährige wäre Ex-Bremer Nummer acht in Frankfurt – und vielleicht nicht der letzte? Denn da ist ja noch Marko Marin, ebenfalls ein Ex-Schaaf-Schützling. Der Profi des FC Chelsea sucht einen neuen Verein, weil er im Londoner Starensemble keinen Platz hat. Eine Bundesliga-Rückkehr des 25-Jährigen steht im Raum. Frankfurt soll Interesse haben, aber auch Hannover 96 ist in das Rennen um den Mittelfeldspieler eingestiegen.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion